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Mistress AlexaDomina · München

Erzählung · Zürich

Domina Zürich: das Verhör, das auf dem Lindenhof begann

Unter dem Stichwort Domina Zürich findest du bei mir keine Adresse an der Limmat, sondern eine Geschichte und einen Weg. Die Geschichte ist frei erfunden: ein Verhör über den Schatten, das auf dem Lindenhof beginnt. Der Weg führt nach München, wo meine Sessions im Studio 60 stattfinden, oder vor deine Kamera, per Video.

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Domina Zürich gesucht: warum der Weg nach München führt

Wer nach einer Domina in Zürich sucht, sucht meist zuerst in der eigenen Stadt. Ich empfange dort nicht. Persönlich treffe ich Gäste ausschließlich in München, im Studio 60; alles andere geschieht per Video. Für Männer aus Zürich hat gerade das einen Wert, den man erst jenseits der Grenze bemerkt: Zwischen dem Paradeplatz und meinem Raum liegen gut dreieinhalb Stunden im Zug, das Ufer des Bodensees und zwei Landesgrenzen. Die Entfernung gehört dazu: Wer so weit fährt, hat sich lange vor der Ankunft entschieden.

So kommt eine Anfrage aus der Schweiz zustande:

  • Im Kalender unter Termin wählen suchst du das Format aus – eine Stunde, drei Stunden Intensiv oder 45 Minuten per Video – und danach Tag und Beginn.
  • Für eine Session im Studio gehört das Zimmer dazu: Du reservierst es für genau diese Zeit direkt beim Studio 60, bezahlst es dort und bestätigst das mit deiner Anfrage; den Screenshot bekomme ich von dir.
  • Ein Klick öffnet WhatsApp oder Telegram mit einer vorformulierten Nachricht, in der Preis und Referenz bereits stehen.
  • Ich bestätige persönlich. Danach sicherst du den Termin mit einer Anzahlung von 50 €, die auf das Honorar angerechnet wird.

Meine Preise sind Euro-Preise: 250 € je Stunde, für Stunden mit Beginn ab 20 Uhr 300 €, zzgl. Raummiete Studio 60. Den Rest zahlst du zu Beginn der Session bar; die Einzelheiten stehen unter Preise. Wer Zürich nicht verlassen möchte, trifft mich in der Remote-Session: 45 Minuten per Video, weltweit, ab 180 €. Ich spreche und schreibe Deutsch und Englisch.

Die Erzählung weiter unten handelt von einem Verhör, von der Frage als Werkzeug mentaler Dominanz. Verhöre zählen bei mir zur mentalen Arbeit und sind im Stundenpreis enthalten; wer sie mit einer festen Rolle verbinden will, findet mehr unter Rollenspiele, stets zwischen Erwachsenen. Andere Anfänge, andere Städte: Lies auch die Geschichten unter Domina Stuttgart und Domina London.

Zürich bei Nacht: Niederdorf, Dada und Zürich-West

Tagsüber gibt sich Zürich wie eine Stadt, die nichts verrät; nachts holt sie einiges nach. Am rechten Limmatufer, gleich oberhalb des Central, beginnt das Niederdorf: enge Gassen voller Bars, Cafés und kleiner Restaurants, unten am Limmatquai die alten Zunfthäuser. Ein paar Gassen weiter südlich, in der Spiegelgasse 1, eröffneten Hugo Ball und Emmy Hennings am 5. Februar 1916 das Cabaret Voltaire, die Bühne, auf der Dada entstand. Heute ist das Haus wieder Bar, Bühne und Ausstellungsort; im Gewölbekeller läuft bis Januar 2027 „DadaZwischenSprachen“, eine Ausstellung über die vielsprachigen Lautgedichte des Dada.

Nordwestlich des Hauptbahnhofs, im Kreis 5, hat sich das alte Industriequartier rund um die früheren Escher-Wyss-Werke zu Zürich-West gewandelt. Im Schiffbau, einer Kesselschmiede von 1892, spielen heute das Schauspielhaus und der Jazzclub Moods; unter den Bögen des Viadukts liegen Läden und eine Markthalle; und im Hive an der Geroldstrasse legen nachts DJs elektronische Musik auf.

Einmal im Jahr, meist am zweiten Samstag im August, gehört das Seebecken der Street Parade, die vom Utoquai über die Quaibrücke bis zum Mythenquai zieht; im August 2026 kamen rund 900.000 Menschen. Im Juni demonstriert die Zurich Pride in den Straßen der Stadt. Fetisch- und BDSM-Abende kündigt die Szene über ihre eigenen Kanäle an; Termine und Orte wechseln, deshalb nenne ich hier keine.

Professionelle Dominas gibt es auch in Zürich und Umgebung, mit eigenen Studios und eigenen Seiten; Namen nenne ich bewusst keine. Wer ein Domina-Studio in Zürich sucht, wird dort fündig. Wer seiner eigenen Stadt für ein paar Stunden entkommen will, steigt in den Zug nach München.

Die Zollstelle über der Schipfe

Diese Erzählung ist frei erfunden. Der Bankier und alles, was zwischen uns geschieht, sind ausgedacht; den Lindenhof, seine Steine und seine Legenden gibt es wirklich.

Ich war wegen einer Ausstellung über Dada in Zürich, und wie immer, wenn mir in dieser Stadt ein Nachmittag übrig bleibt, stieg ich zum Lindenhof hinauf. Hinauf kommt man nur zu Fuß, durch die engen Gassen der Altstadt, und das mag ich an diesem Hügel: Wer oben steht, ist selbst gegangen.

Den Mann sah ich zuerst in der Pfalzgasse. Er stand vor der Kopie des römischen Grabsteins, die dort in die Mauer eingelassen ist, und las. Nicht wie ein Tourist, der eine Tafel überfliegt, sondern wie jemand, der einen Vertrag prüft: Zeile für Zeile, den Zeigefinger knapp über dem Stein, ohne ihn zu berühren. Dunkler Mantel ohne Abzeichen, eine Uhr, die nicht auffallen wollte und gerade deshalb auffiel.

„Praepositus stationis Turicensis“, sagte ich, als ich neben ihm stehen blieb. „Vorsteher der Zürcher Zollstelle. Auf diesem Stein ist der Name dieser Stadt zum ersten Mal überliefert, und er steht neben einem Zöllner.“

Er las die Zeile zu Ende, bevor er mich ansah, höflich, abwägend, mit der Freundlichkeit eines Mannes, der beruflich niemandem etwas schuldig bleibt. „Eine Stadt, die mit einer Grenzkontrolle beginnt“, sagte er. „Darüber habe ich nie nachgedacht.“

„Mit einer Frage“, sagte ich. „Was führst du mit dir? Das ist die älteste Frage dieses Hügels.“

Wir gingen das letzte Stück nebeneinander hinauf, als hätten wir es verabredet. Oben, rund fünfundzwanzig Meter über der Schipfe, lag das Laub der Linden schon gelb auf dem Kies. Unten floss die Limmat grün und schnell, drüben stiegen die Dächer des Niederdorfs den Hang hinauf. Er sei Bankier, sagte er nach einer Weile, Privatbank, dritte Generation. Sein Beruf bestehe darin, Dinge zu wissen und sie nicht zu sagen. Er sagte es ohne Stolz, so wie man seine Körpergröße angibt.

„Und wer fragt dich?“

Er schwieg so lange, dass zwischen uns ein Blatt auf die Mauer fiel. „Niemand“, sagte er dann. „Das ist der Sinn der Sache.“

Ich zeigte auf den Brunnen mit der behelmten Frauenfigur. Als Herzog Albrecht von Habsburg Zürich 1292 belagerte, so erzählt man, führte Hedwig ab Burghalden die Frauen der Stadt in Rüstung auf diesen Platz. Von unten sah es aus wie ein Heer, und der Herzog soll abgezogen sein. Ob es stimmt, weiß niemand. „Diese Stadt“, sagte ich, „ist einmal von einer Verkleidung gerettet worden. Ich vermute, du auch. Jeden Morgen.“

Dann sagte er, beiläufig, als gehöre es zur Adresse, er wohne am rechten Seeufer, nicht weit von Küsnacht. „Dort hat Jung gelebt, mehr als fünfzig Jahre lang. Ich fahre täglich an seinem Haus vorbei und habe nie ein Buch von ihm aufgeschlagen.“

„Sein Wort für das, was dich heute hier heraufgetrieben hat, kennst du trotzdem“, sagte ich. „Er nannte es den Schatten. Alles, was man an sich nicht sehen will und deshalb überallhin mitnimmt. Unverzollt.“

Seine Kiefermuskeln arbeiteten wie bei jemandem, der im Kopf eine Gegenrechnung aufstellt. „Und Sie? Sind Sie Zöllnerin?“

„Ich stelle Fragen“, sagte ich. „Beruflich. In München.“ Ich nannte ihm meinen Namen und sonst nichts, keine Nummer, keine Karte. Wer mich finden wolle, finde mich. Dann ging ich über den Kies davon und drehte mich nicht um.

Ein Wort aus der Spiegelgasse

Er meldete sich elf Tage später, über den Kalender auf meiner Seite, wie jeder andere auch. Intensiv, drei Stunden, ein Dienstag ab 14 Uhr, dazu nur ein Satz im Hinweisfeld: „Ich möchte befragt werden.“ Keine Anrede, keine Begründung. Ich bestätigte nicht sofort. Ich schickte ihm zuerst meine eigenen Fragen, und es waren mehr, als er erwartet hatte.

Nach seinem Körper: Er nehme seit zwei Jahren ein Mittel gegen erhöhten Blutdruck, sonst nichts; der untere Rücken sei vom Sitzen steif. Ich notierte beides; wer bei mir lange gesessen hat, steht langsam auf, mit meiner Hand am Arm. Nach seinen Grenzen: keine Spuren, an keiner Stelle; er empfange mittwochs Kunden und wolle nichts erklären müssen. Keine Fragen nach Kunden, Konten, Namen. Das, schrieb er, sei nicht verhandelbar. Ich schrieb zurück, es sei auch nicht gefragt. Was er für andere verwahre, gehe mich nichts an. Mich interessiere nur, was er für sich selbst verwahre.

Dann fragte ich nach seiner Frau. Ob das, was er bei mir suche, ihr etwas wegnehme. Für die Antwort brauchte er zwei Tage. „Ich fürchte, sie spürt längst, dass etwas fehlt. Ich weiß nur nicht, was.“ Ich legte fest, dass sie draußen bleibt: als Thema und erst recht als Druckmittel. Ich würde nicht nach ihr fragen. Ob er von ihr spricht, entscheide er.

Das Safeword ließ ich ihn selbst finden. Er kam mit „jolifanto“ zurück, dem ersten Wort aus Hugo Balls Lautgedicht „Karawane“. Nach unserer Begegnung sei er über die Limmat und hinauf in die Spiegelgasse gegangen, am Cabaret Voltaire vorbei, das Ball und Emmy Hennings 1916 eröffnet hatten und in dem Dada zur Welt kam. Ein Wort ohne Bedeutung, schrieb er, könne er niemals aus Versehen sagen, und niemand könne es ihm umdeuten. Ich nahm es an. Für den Fall, dass ihm das Sprechen schwerfiele, sollte er seinen eigenen Haustürschlüssel in der rechten Hand halten. Fällt der Schlüssel, endet alles, ohne Rückfrage.

Danach kamen meine Bedingungen: nüchtern und pünktlich, das Zimmer im Studio 60 für genau diese drei Stunden gebucht und bezahlt, die Bestätigung als Screenshot, die Anzahlung vorab. Er nahm am Vormittag den Zug ab Zürich HB, gut dreieinhalb Stunden über St. Gallen, Bregenz und Lindau. Unterwegs schrieb er nichts. Erst aus München kam eine Zeile: „Angekommen. Nichts zu verzollen.“

„Das entscheide ich“, schrieb ich zurück.

Ein Stuhl, eine Lampe, keine Uhr

Ich hatte den Raum geräumt bis auf das, was ich brauchte. In der Mitte ein schwerer Stuhl mit Armlehnen, davor ein kleiner Tisch mit einer Lampe an einem schwenkbaren Arm. Kein Spiegel und keine Uhr in seinem Blickfeld. Neben der Tür stand eine flache Schale.

„Was führst du mit dir?“, fragte ich, bevor er den Mantel ablegen konnte.

Er verstand sofort. Das Telefon, ausgeschaltet. Die Brieftasche. Zuletzt die Uhr, die er langsam abnahm, als drehe er eine Schraube aus sich heraus. Er legte alles in die Schale und griff dann nach seinem Ehering. „Den behältst du“, sagte ich. „Er gehört nicht mir.“

Ich legte ihm Ledermanschetten um die Handgelenke und schloss sie an den Armlehnen, so dass unter jeder noch zwei meiner Finger Platz fanden. In seine rechte Hand gab ich den Schlüssel. Ich prüfte die Farbe seiner Fingerspitzen, dann richtete ich das Licht ein: nicht in seine Augen, knapp daneben auf die Wange, so dass er mich hinter dem Schein nur als Umriss sah. Die Lampe wurde nicht heiß; ich hielt trotzdem eine Minute lang meine eigene Hand hinein, bevor ich sie näher rückte.

„Die Regeln“, sagte ich. „Du antwortest in ganzen Sätzen. Einmal pro Stunde darfst du sagen: Das weiß ich nicht. Jede Ausflucht kostet dich eine Frage, die du dir selbst stellst, laut, so lange, bis ich zufrieden bin.“

Die erste Stunde verbrachte er damit, mich zu beraten. Er antwortete gut, glatt, in Sätzen mit Einleitung und Schluss, als säße ihm ein Kunde gegenüber. Was er sich zuletzt gewünscht habe, ohne es zu begründen? Er sprach über ein Haus am See und über ein Boot. „Das sind Anschaffungen“, sagte ich. „Ich habe nach einem Wunsch gefragt.“ Was er seinem Vater nie gesagt habe? Er referierte die Geschichte der Bank. Wann er sich zuletzt geschämt habe? Er bot mir, vollkommen ruhig, eine Gegenfrage an.

Da schaltete ich die Lampe aus.

Ich sagte nichts. Ich trat hinter ihn, so nah, dass er mich hörte, aber nicht sah, und wartete. Stille ist das Instrument, das in jedem Verhör am meisten unterschätzt wird. Wer sein Leben lang schweigt, um nichts preiszugeben, erträgt das Schweigen eines anderen am schlechtesten. Nach vier Minuten begann er zu sprechen, in die Dunkelheit hinein, ohne dass ich gefragt hätte. Nach sieben Minuten hörte er auf, sich zu verteidigen.

Ich schaltete das Licht wieder ein und ging neben dem Stuhl in die Hocke. „Farbe?“

„Gelb“, sagte er. Ehrlich, zum ersten Mal an diesem Nachmittag.

Ich öffnete die linke Manschette, ließ ihn das Handgelenk kreisen, gab ihm Wasser und fragte nach seinem Rücken. Er wollte sofort weitermachen. Wann es weiterging, entschied ich. Drei Minuten später schloss ich die Manschette wieder, nicht enger als vorher.

Dann stellte ich die Frage, auf die alles zugelaufen war, und ich stellte sie leise: „Was müsste ich über dich wissen, damit du nie wiederkommst?“

Seine rechte Hand schloss sich um den Schlüssel, bis die Knöchel weiß wurden. Ich sah es und fragte nicht nach der Antwort, sondern nach ihm. „Farbe?“

„Grün“, sagte er. „Grün.“ Und dann kam der Satz, den er in dreißig Jahren Verschwiegenheit nie gedacht, nur gespürt hatte. Dass er Geheimnisse nicht aus Pflicht hüte, sondern aus Angst. Dass hinter all der Diskretion ein Raum liege, in den er selbst nie geschaut habe, weil er fürchte, dort nichts zu finden. Keine Affäre, keine Schuld, kein Abgrund. Nur einen Mann, den nie jemand gefragt hatte, was er will, und der es deshalb nicht wusste.

Ich trat vor ihn und drehte die Lampe an ihm vorbei auf die Wand hinter seinem Rücken. Das Licht fiel auf den hellen Putz, und dort stand sein Schatten, weit über die Lehne hinaus, größer als er selbst. „Sieh dich um“, sagte ich. Er drehte den Kopf, so weit die Haltung es erlaubte, und sah ihn an. Lange.

Die dritte Stunde gehörte nicht mehr den Fragen. Ich ließ ihn im Licht sitzen und nahm ihm jede Entscheidung ab: wann er spricht, wann er schweigt, wohin er sieht, sogar, worüber er nachdenkt. Gegen Ende lockerten sich seine Schultern wie ein Knoten, an dem lange niemand gezogen hat.

Was der Schatten im Licht verrät

Bei Jung ist die Arbeit am Schatten keine Reinigung. In seinem Aufsatz über den „philosophischen Baum“ schreibt er sinngemäß, man werde nicht dadurch hell, dass man sich Lichtgestalten ausmalt, sondern dadurch, dass man das Dunkle bewusst macht. Der Schatten verschwindet nicht, wenn man ihn ansieht. Er hört nur auf, hinter einem herzulaufen, und geht von da an neben einem.

Ein Verhör, wie ich es führe, sucht deshalb keine Information. Alles, was ich über diesen Mann wissen musste, wusste ich vor der ersten Frage. Ich suchte den Augenblick, in dem er seine eigene Antwort hört. Sokrates hat in Athen nichts anderes getan, als Menschen so lange zu befragen, bis sie merkten, dass sie nicht wussten, was sie zu wissen glaubten. In Platons Apologie sagt er vor seinen Richtern, ein Leben „ohne Selbsterforschung“ verdiene nicht gelebt zu werden. Er hat dafür keine Lampe gebraucht. Ich nehme sie trotzdem, weil Licht und Dunkel dem Körper beibringen, was der Kopf noch nicht zugeben will.

Auf dem Rückweg zum Bahnhof, schrieb er mir später, sei ihm ein lateinischer Satz eingefallen, den er vor Jahrzehnten bei Augustinus gelesen und längst vergessen geglaubt hatte: factus eram ipse mihi magna quaestio. Ich war mir selbst zur großen Frage geworden. Augustinus schrieb das über die Zeit nach dem Tod eines Freundes, und gleich darauf steht, was der Satz in Gang setzt: Er habe seine Seele befragt, warum sie traurig sei, und sie habe ihm nichts zu antworten gewusst. Ein Selbstverhör, über sechzehnhundert Jahre alt. Wer sich selbst zur Frage wird, hat zum ersten Mal einen Gegenstand.

Was bedeutet das für die Macht in diesem Raum? Von außen sieht es aus, als hielte ich alles in der Hand: das Licht, die Zeit, die Manschetten, die Reihenfolge der Fragen. Aber das Recht zu fragen hatte er mir gegeben, und er hätte es mit einem Wort zurücknehmen können. Jolifanto. Ein Laut ohne Sinn, und alles wäre vorbei gewesen. Gerade deshalb waren seine Antworten echt. Er blieb nicht, weil er musste, sondern weil er sich in jeder Minute neu dafür entschied.

Und die Freiheit? Wer nichts angibt, muss alles verstecken, und wer alles versteckt, lebt dauerhaft an der Grenze, zwischen Kontrollen, nie ganz im Land. Wer angegeben hat, was er mit sich führt, darf weiterreisen. Hingabe bedeutet in einem solchen Verhör nicht, das Geheimnis zu verlieren. Sie bedeutet, aufzuhören, es zu bewachen.

Hedwigs Rüstung, aus der Nähe besehen

Zum Schluss öffnete ich die Manschetten, rieb seine Handgelenke, bis die Druckstellen verblassten, und prüfte die Haut. Keine Spuren, wie vereinbart. Er saß eine Weile auf dem Boden, den Rücken an den Stuhl gelehnt, der ihn drei Stunden gehalten hatte, ein Glas Wasser in der Hand und eine Decke über den Schultern, bis seine Sätze wieder eine Richtung hatten. Als er aufstand, langsam, lag meine Hand an seinem Arm, wie wir es vorher besprochen hatten. Dann ging er zur Schale an der Tür. Telefon, Brieftasche, und ganz zuletzt die Uhr. Er hielt sie lange in der Hand, bevor er sie anlegte.

Ich gab ihm nur eine Aufgabe mit nach Zürich: jeden Abend eine Frage an sich selbst, von Hand in ein Heft geschrieben, ohne Antwort darunter, vier Wochen lang. Keine Frage über andere, keine über die Bank. Den Schlüssel nahm er wieder mit. Er gehörte ihm.

Drei Wochen später kam eine Nachricht, an einem Sonntagabend. Er sei mit seiner Frau auf dem Lindenhof gewesen, zum ersten Mal seit Jahren, auf ihren Vorschlag. Am Brunnen habe sie gefragt, woran er denke. Früher hätte er geantwortet wie in einem Quartalsbericht, glatt und ohne Rest. Diesmal habe er gesagt: „An eine Frage, die ich mir gestern Abend gestellt habe.“ Sie habe wissen wollen, an welche, und er habe sie ihr vorgelesen, aus dem Heft, mitten auf dem Platz. Danach hätten sie lange nichts gesagt, und zum ersten Mal habe sich sein Schweigen nicht nach Verstecken angefühlt. Ich fragte nicht nach ihr. Seine Frau war nicht mein Thema, und an diesem Abend wurde sie es auch nicht.

Ich antwortete mit nur einer Frage, ohne Gruß und ohne Antwort darunter. Was es war, bleibt zwischen ihm und mir.

Am Abend stelle ich mir den Platz manchmal vor, wie ich ihn verlassen habe: die Linden, das gelbe Laub auf dem Kies, unten die Limmat, die an der Schipfe vorbeizieht, als hätte sie es eilig, über die Grenze zu kommen. Und mitten darin Hedwig auf ihrem Brunnen, den Helm auf dem Kopf. Die Rüstung der Frauen von 1292 war für die Ferne gemacht, für einen Herzog, der von unten heraufsah. Aus der Nähe sieht man, wer darin steht.

Zwei Stimmen aus dem Gästebuch

Den Bankier vom Lindenhof gibt es nicht. Die beiden Einträge, die hier folgen, gibt es sehr wohl: Sie stehen wörtlich in meinem Gästebuch, geschrieben von echten Gästen, die mit den Figuren der Erzählung nichts zu tun haben. Ich stelle sie neben die Geschichte, weil sie aus eigener Erfahrung von zwei Dingen sprechen, um die auch die Erzählung kreist: was davon zu Hause ankommt, und was es heißt, Entscheidungen für eine Weile abzugeben.

„Ich war skeptisch, ob das, was meine Frau eines Tages spüren würde, eine Krise auslöst. Sie hat nichts gespürt – außer dass ich präsenter bin. Ich brauche Mistress Alexa nicht, um meiner Frau weniger Aufmerksamkeit zu geben. Ich brauche sie, um ihr mehr geben zu können.“ — Frank W., Gästebuch

„Ich treffe jeden Tag Entscheidungen, an denen Existenzen hängen. Seit ich mich monatlich für drei Stunden in eine Position bringe, in der ich nichts entscheiden darf, treffe ich diese Entscheidungen klarer. Das klingt paradox. Es ist es nicht. Mistress Alexa hat mir einen Modus gegeben, in dem mein Kopf sich selbst neu sortiert.“ — Robert, CEO, 49, Gästebuch

Verhör und mentale Dominanz in einer echten Session

Ein Verhör ist bei mir kein Theater mit Schreibtisch und Aktenordner, sondern Arbeit mit Fragen, Licht und Stille. Die Erzählung verdichtet sie auf einen Nachmittag; wirklich ist der Rahmen, in dem sie stattfindet. Vorher klären wir, welche Themen draußen bleiben – Beruf, Familie, Vergangenheit, was immer du ausklammern willst –, und wir sprechen über deinen Körper: Herz und Kreislauf, Epilepsie, Allergien, Verletzungen, Medikamente. Am besten trägst du das vorab in dein Profil im Safe Room ein. Die Einverständnis-, Gesundheits- und Haftungserklärung bestätigst du vor jeder Anfrage.

Das Safeword vereinbaren wir vor Beginn, und es beendet alles sofort, auch mitten in einer Frage. Bist du fixiert oder sollst du schweigen, kommt ein Zeichen hinzu, das ohne Worte funktioniert. Zwischendurch frage ich nach, wo du stehst, und erwarte die Wahrheit statt Tapferkeit. Nach intensiver mentaler Arbeit nehme ich mir am Ende Zeit, bis du wieder ganz im Raum angekommen bist.

  • Im Stundenpreis enthalten: Verhöre, Verbalerotik, Demütigung, Rollenspiele und Fixierungen mit Manschetten, Gurten oder Seilen.
  • Mit Mindestdauer: Psychofolter und Inhaftierung, jeweils ab 120 Minuten.
  • Was nicht stattfindet: Kein Geschlechts-, kein Oralverkehr.

Warum eine gut gestellte Frage tiefer reicht als jedes Instrument, beschreibe ich im Essay Mentale Dominanz; weshalb gerade Männer mit viel Verantwortung diese Form suchen, unter Warum Männer zur Domina gehen. Wie ich mit Grenzen und Abbruch umgehe, steht unter Tabus, Grenzen und Sicherheit. Eine Münchner Erzählung, die im Hofgarten beginnt, zeigt dieselbe Arbeit von einer anderen Seite.

Von Zürich ins Studio 60: Zug, Grenze, Planung

Zwischen Zürich HB und München Hbf fahren mehrmals täglich direkte EuroCity-Züge, über Winterthur, St. Gallen, Bregenz, Lindau-Reutin, Memmingen und Buchloe. Seit Dezember 2020 fahren sie elektrisch über die ausgebaute Strecke durchs Allgäu; laut Fahrplan dauert die Fahrt rund dreieinhalb Stunden. Baustellen auf deutscher Seite verlängern einzelne Fahrten immer wieder um einige Minuten, maßgeblich ist der Fahrplan am Reisetag. Ab München Hbf erreichst du das Studio mit S- oder U-Bahn; die genaue Adresse bekommst du nach Bestätigung und Anzahlung.

Worauf Gäste aus Zürich achten sollten:

  • Früh festlegen: Wer dreieinhalb Stunden anreist, plant nicht am selben Morgen. Für drei Stunden Intensiv lohnt ein freier Tag oder eine Nacht in München; vom Hotel ins Studio ist es dann nur noch ein kurzer Weg.
  • Zimmer vor der Fahrkarte: Reserviere den Raum im Studio 60 für genau die angefragte Zeit, bezahle ihn und schick mir den Screenshot.
  • Nüchtern und pünktlich: Das Bier unterwegs bleibt stehen. Plane eine Stunde Reserve ein; meldet die Bahn Verspätung, schreib mir sofort. Ab 30 Minuten ohne Nachricht gilt der Termin als nicht wahrgenommen, und eine Verspätung verlängert die Session nicht.
  • Ausweis und Euro: Du fährst durch drei Länder, und einen Altersnachweis kann ich ohnehin verlangen. Den Rest des Honorars zahlst du zu Beginn bar, in Euro.

Verschwiegenheit muss man niemandem aus Zürich erklären. Bei mir gilt sie in beide Richtungen: Was im Raum gesagt wird, verlässt ihn nicht, und nach deinem Leben draußen frage ich nur so weit, wie du es zulässt.

Häufige Fragen

Bietest du Sessions in Zürich an?

Nein, derzeit nicht. Mein Raum ist das Studio 60 in München; Besuche bei dir, in Hotels oder in Büros mache ich nicht. Ohne Reise geht es per Video: 45 Minuten, weltweit, ab 180 €.

Ist die Geschichte vom Lindenhof wirklich passiert?

Nein, sie ist frei erfunden; den Bankier und seine Session gibt es nicht. Wirklich sind der Lindenhof, die Kopie des römischen Grabsteins in der Pfalzgasse, der Brunnen mit der Hedwig-Figur und das Cabaret Voltaire; die Geschichte von Hedwig und den Frauen von 1292 ist eine Legende, historisch nicht gesichert. Die zwei Stimmen unter „Zwei Stimmen aus dem Gästebuch“ sind echte Einträge aus meinem Gästebuch und stammen nicht von Figuren der Erzählung.

Wie buche ich von Zürich aus?

Über den Kalender auf meiner Startseite: Art, Tag und Uhrzeit wählen, dann geht die vorbereitete Nachricht per WhatsApp oder Telegram an mich. Mit der Anfrage bestätigst du, dass das Zimmer im Studio 60 für diese Zeit gebucht und bezahlt ist, und schickst mir den Screenshot. Verbindlich wird der Termin mit meiner Bestätigung und deiner Anzahlung von 50 €. Die Fahrkarte kommt zuletzt, mit Reserve bis München.

Muss ich bei einem Verhör über meinen Beruf sprechen?

Nein. Was du ausschließen willst – Arbeit, Kunden, Familie –, legen wir im Vorgespräch fest, und es bleibt draußen. Ein Verhör bei mir fragt nach dir, nicht nach Informationen über andere. Das Safeword beendet jede Frage sofort.

Bereit, die Kontrolle abzugeben?

Wähle Art, Tag und Uhrzeit im Kalender – die Anfrage geht fertig formuliert per WhatsApp oder Telegram an mich.

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Stand: 2026-10-11