Meine Tabus – und warum
Ein Tabu ist bei mir keine Verhandlungsposition. Es lässt sich weder mit Geld noch mit Charme verschieben, auch nicht mit dem Hinweis auf viele gemeinsame Sessions. Diese sechs Dinge finden nicht statt:
- Geschlechtsverkehr und Oralverkehr. Dazu gleich ausführlich.
- Ringkämpfe. Ein Ringkampf ist ein Kräftemessen. Bei mir wird nicht um die Führung gerungen; sie steht fest, bevor du den Raum betrittst.
- Rauchfetisch. Zigaretten sind in meinen Sessions weder Requisit noch Ritual.
- Nadeln. Was die Haut durchsticht, bringt ein Verletzungs- und Infektionsrisiko mit sich, das ich in einer Session nicht verantworte.
- Katheter. Ein Katheter ist ein medizinisches Gerät und gehört in eine Arztpraxis. Klinikerotik bleibt bei mir ein Spiel mit Rolle, Instrumenten und Atmosphäre.
Wer nach einem dieser Punkte fragt, bekommt eine kurze Absage; wer nachhakt, bekommt keinen Termin. Was ich tatsächlich anbiete, steht unter Praktiken von A bis Z, jeweils mit Aufpreis, Mindestdauer oder dem Hinweis, dass es im Stundenpreis enthalten ist.
Kein Geschlechts-, kein Oralverkehr
Diese Regel steht am Anfang jeder Liste, weil sie am häufigsten auf die Probe gestellt wird. Kein Geschlechts-, kein Oralverkehr. Das gilt in der ersten Session wie in der zehnten, mit meinem Dominus wie ohne ihn, für Paare wie für Einzelgäste. Kein Aufpreis ändert daran etwas, und es gibt keinen Moment, in dem die Regel stillschweigend außer Kraft tritt.
Der Grund ist schlicht: Meine Arbeit ist Führung. Was zwischen uns geschieht, entsteht aus Kontrolle, Spannung, Ritual und Schmerz in der Dosis, die ich wähle. Wer dafür kommt, ist bei mir richtig. Wer insgeheim auf mehr hofft, verschwendet seinen Abend und meinen. Was mein Beruf umfasst und worin er sich unterscheidet, beschreibe ich unter Was eine Domina macht.
Auch Andeutungen in der Anfrage, Zweideutigkeiten im Chat oder der Versuch, die Linie im Raum auszutesten, beende ich. Das hat nichts mit Strenge als Pose zu tun, sondern mit Verlässlichkeit: Eine Grenze, die ich einmal verschiebe, schützt niemanden mehr.
Hard Limits und Soft Limits
Meine Tabus sind meine harten Grenzen. Deine eigenen bringst du mit, und sie sind genauso verbindlich.
Hard Limits sind Dinge, die in deiner Session nicht vorkommen, unter keinen Umständen. Das kann eine Praktik sein, eine Körperstelle, ein bestimmtes Wort oder ein Thema aus deinem Leben, das unberührt bleiben soll. Eine harte Grenze musst du nicht begründen. Du nennst sie, ich halte sie ein.
Soft Limits sind Grenzen mit Vorbehalt: Dinge, die dich reizen und zugleich verunsichern, die du nur in kleiner Dosis willst oder nur, wenn die Stimmung trägt. Hier arbeite ich am behutsamsten – ich nähere mich an, beobachte, ziehe mich zurück. Eine weiche Grenze ist keine Einladung, sie zu brechen, sondern eine Bitte um Sorgfalt.
So hältst du beides fest:
- Trag deine Grenzen in dein Profil im Safe Room ein, bevor du anfragst. Dort liegen sie, wenn ich deine Session plane.
- Wiederhole sie im Vorgespräch. Grenzen dürfen sich ändern; was beim letzten Mal eine weiche war, kann heute eine harte sein.
- Melde dich vor dem Termin, wenn sich etwas verschiebt, auch gesundheitlich.
Innerhalb dieser Grenzen bestimme ich Inhalt und Intensität. Einen Anspruch auf eine bestimmte Praktik gibt es nicht – das gehört zum Abgeben dazu.
Safeword und Ampelsystem
Vor jeder Session vereinbaren wir ein Safeword. Sprichst du es aus, endet jede Handlung sofort: nicht nach dem nächsten Hieb, nicht nach dem Satz, den ich gerade beginne. Ich frage, was los ist, und dann entscheiden wir, ob es nach einer Pause sanfter weitergeht oder ob die Session hier endet.
Ein gutes Safeword ist kurz, eindeutig und kommt in einer Szene sonst nicht vor – eine Farbe, ein Gegenstand, ein Wort, das du auch unter Anspannung sicher abrufst. Bin ich unsicher, ob du es gesagt hast, behandle ich es so, als hättest du es gesagt.
Zusätzlich biete ich dir das Ampelsystem an:
- Grün – alles gut, weiter.
- Gelb – langsamer, schwächer, kurz innehalten. Die Szene läuft weiter, aber ich nehme zurück.
- Rot – Stopp. Rot wirkt wie das Safeword.
Gelb ist wertvoll, weil es dir erlaubt, an deiner Grenze zu bleiben, ohne sie zu überschreiten. Wer nur das Safeword kennt, hat zwischen „weiter“ und „Ende“ nichts. Gerade beim ersten Mal frage ich auch selbst nach der Farbe.
Bei einer Session für Paare – nur auf gemeinsamen Wunsch beider Partner – stimmt jede Person selbst zu, bestätigt ihre Volljährigkeit und hat ihr eigenes Safeword; jedes davon beendet sofort alles, was gerade läuft. Mehr dazu unter Domina für Paare.
Zeichen, wenn du nicht sprechen kannst
Manche Situationen nehmen dir die Stimme: eine Haube, unter der Worte kaum ankommen, eine Mumifizierung, in der du dich nicht rühren kannst, oder schlicht ein Moment, in dem du so tief in der Szene bist, dass dir das Wort fehlt. Für solche Fälle vereinbaren wir vorher ein Zeichen, das genauso gilt wie das Safeword.
- Etwas fallen lassen. Du hältst einen kleinen Gegenstand in der Hand. Lässt du ihn los, höre ich auf.
- Ein Rhythmus. Dreimal schnell klopfen, mit Hand oder Fuß, gegen mich, den Boden oder das Möbel.
- Ein Laut. Drei gleiche Töne hintereinander, deutlich gesummt.
Welches Zeichen wir wählen, hängt davon ab, was geschieht: Wer mumifiziert ist, kann nicht klopfen, wohl aber summen. Ich probiere das Zeichen aus, bevor es ernst wird, damit du weißt, dass es ankommt. Und ich lasse dich nicht allein, solange du dich nicht selbst befreien oder nicht sprechen kannst. Ohnehin verlasse ich mich nicht nur auf Signale, sondern achte auf deine Hände, dein Gesicht, deine Haltung. Wie ich bei Fixierung und Mumifizierung sonst vorgehe, steht unter Bondage und Mumifizierung.
Wann ich abbreche
Das Safeword gehört dir. Abbrechen kann ich aber auch selbst, und ich tue es ohne Zögern, wenn eine dieser Situationen eintritt:
- Rausch. Wer unter Alkohol oder Drogen steht, dessen Session beginnt gar nicht erst; merke ich es später, endet sie.
- Warnsignale deines Körpers. Schwindel, Taubheit, Übelkeit, Kreislaufprobleme oder ein Schmerz, der anders ist als erwartet. Du meldest so etwas sofort, und ich achte zusätzlich selbst darauf.
- Grenzüberschreitung. Du versuchst, ein Tabu durch die Hintertür in die Szene zu holen, oder missachtest eine Grenze, die wir vereinbart haben.
- Respektlosigkeit. Du ignorierst Anweisungen zur Sicherheit oder versuchst, ohne meine Zustimmung zu fotografieren, zu filmen oder aufzunehmen.
- Falsche Angaben. Es stellt sich heraus, dass Angaben zu Alter oder Gesundheit nicht stimmen.
Ein Abbruch aus Sorge um deinen Körper ist keine Strafe, sondern Sorgfalt. Ein Abbruch wegen deines Verhaltens ist dagegen ein Schlusspunkt: Wer meine Regeln bricht, muss nicht mit einem weiteren Termin rechnen. Was ein Abbruch für die Gebühr bedeutet, regeln meine AGB; was du über Gesundheit, Risiken und deine Einwilligung bestätigst, steht in der Haftungserklärung. Wie sich all das beim ersten Termin anfühlt, beschreibe ich im Ratgeber zum ersten Besuch.