Domina für Gäste aus Wiesbaden: Sessions in München
Wer »Domina Wiesbaden« sucht und auf meiner Seite landet, soll das Wichtigste zuerst lesen: In Wiesbaden empfange ich nicht. Meine persönlichen Sessions finden in München statt, im Studio 60, und an keinem anderen Ort; ich komme weder zu dir nach Hause noch ins Hotel oder ins Büro. Wer die Reise vom Rhein an die Isar auf sich nimmt, findet mich dort. Wer das nicht kann, trifft mich per Video.
So entsteht ein Termin, wenn du in Wiesbaden wohnst oder arbeitest:
- Unter Termin wählen suchst du die Art aus – eine Stunde, Intensiv über drei Stunden oder Remote über 45 Minuten – und dazu Tag und Uhrzeit.
- Beim Absenden öffnet sich WhatsApp oder Telegram; die Nachricht mit Preis und Referenz ist schon vorformuliert.
- Ich antworte persönlich. Verbindlich wird der Termin erst mit meiner Bestätigung; die Anzahlung von 50 € sichert ihn und wird auf das Honorar angerechnet.
- Das Zimmer reservierst und bezahlst du selbst beim Studio 60; diese Raummiete kommt zu meinem Honorar hinzu.
Eine Stunde kostet bei mir 250 €, beginnt sie um 20 Uhr oder später, 300 €; die übrigen Posten stehen unter Preise. Für die Remote-Session brauchst du kein Zimmer: Sie läuft weltweit über Video, dauert 45 Minuten und kostet ab 180 €, der Rest wird vor Beginn fällig. Mit mir sprichst und schreibst du auf Deutsch oder auf Englisch. Die Erzählung weiter unten kreist um Tease and Denial, das Spiel, in dem ich bestimme, wie lange du wartest.
Wiesbaden bei Nacht: Spielbank, Altstadt, Kesselhaus
Wiesbaden geht anders aus als Frankfurt: leiser, mit mehr Säulen als Neonlicht, und mit einer Spielbank, deren Geschichte bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht. Was dort abends offensteht und was im Kalender steht:
- Kurhaus und Spielbank: Im ehemaligen Weinsaal des Kurhauses, getäfelt mit Kirschholz, werden Roulette, Black Jack und Poker gespielt; das Automatenspiel liegt im Ostflügel der verglasten Brunnenkolonnade. Ohne Ausweis kommt niemand hinein. Nebenan, im Friedrich-von-Thiersch-Saal, finden Konzerte und Bälle statt.
- Altstadt um Goldgasse und Grabenstraße: Weinstuben, Restaurants und Bars liegen hier dicht beieinander – der Ort für den Teil des Abends, an dem man noch redet.
- Kulturzentrum Schlachthof: Seit 1994 kollektiv und unabhängig geführt, mit Halle und Kesselhaus. Auf dem Programm stehen Konzerte von Punk bis HipHop, Techno-Nächte im Kesselhaus und auch queere Partys.
- Feste im Jahreslauf: Im Juni das Theatrium rund um Staatstheater, Bowling Green und Wilhelmstraße, im August zehn Tage lang die Rheingauer Weinwoche rund um Marktkirche und Rathaus, von Ende November an der Sternschnuppenmarkt.
Öffentlich sichtbar wird Fetisch in der Region vor allem auf einer Messe: Zwischen Wiesbaden und Frankfurt, im Messecenter Rhein-Main in Hofheim am Taunus, findet zweimal im Jahr die BoFeWo statt, die »Bondage Fetish World«, mit über hundert Ausstellern, Shows auf der Hauptbühne und Workshops etwa zu Bondage und Spanking; angekündigt sind der 5. bis 7. März und der 8. bis 10. Oktober 2027. Eine größere Auswahl an Studios und Fetischpartys bietet Frankfurt, mit der S-Bahn in weniger als einer Stunde erreichbar. Namen anderer Studios nenne ich hier nicht. Wer auf der anderen Rheinseite wohnt, findet unter Domina Mainz eine eigene Erzählung.
Eine grüne Null im Weinsaal
Ich war an jenem Septemberabend wegen eines Konzerts nach Wiesbaden gefahren, und als im Friedrich-von-Thiersch-Saal der letzte Akkord unter der verschwenderisch verzierten Decke verklungen war, hatte ich keine Eile; mein Zug nach München ging erst am nächsten Morgen. Ich durchquerte die Kuppelhalle, in der Athena und Apoll, in Marmor kopiert, auf grünen Sockeln stehen, und ging, statt hinaus auf die Wilhelmstraße, hinüber zur Spielbank im Nordflügel. Dort, im ehemaligen Weinsaal mit seiner Vertäfelung aus Kirschholz, rollt seit Jahrzehnten die Kugel. Am Eingang zeigte ich meinen Ausweis; man will hier wissen, wer spielt.
Er spielte nicht. Das fiel mir zuerst auf. An einem der Roulettetische stand ein Mann Anfang vierzig im dunklen Anzug, ohne Jetons vor sich, mit einem karierten Notizbuch und einem Bleistift. Nach jedem Wurf schrieb er die Zahl auf, ohne hinzusehen, wer gewonnen hatte. Siebzehn. Vier. Null. Bei der Null zuckte sein Mundwinkel.
»Sie führen Buch über etwas, das schon vorbei ist«, sagte ich.
»Ich führe Buch darüber, dass es kein Muster gibt«, antwortete er, ohne aufzusehen. »Das muss man sich gelegentlich neu beweisen.«
Er sei Aktuar, erklärte er mir später, Versicherungsmathematiker. Er rechne aus, wie wahrscheinlich es ist, dass ein Dach abbrennt, ein Mensch krank wird, ein Leben früher endet als geplant. »Risiko macht mir keine Angst. Risiko ist eine Zahl. Was ich nicht aushalte, ist der Einzelfall.«
Als wir später hinausgingen, lag der Bowling Green im Dunkeln, die beiden Kaskadenbrunnen rauschten, und über dem Portikus stand im Licht der Fassade die Inschrift AQUIS MATTIACIS, den Wassern der Mattiaker gewidmet. Wir gingen an der Brunnenkolonnade entlang, die den Rasen im Norden säumt. Seit den Fünfzigerjahren ist sie verglast, eine Säulenhalle von hundertneunundzwanzig Metern; im Ostflügel blinken hinter dem Glas die Automaten der Spielbank. Er zählte die Säulen, ich sah es an seinen Lippen. Kurz vor dem Ende sagte ich: »Hören Sie auf.« Er hörte auf, mitten in einer Zahl, und ging die letzten Schritte, ohne zu wissen, wie viele es gewesen waren. Ich sah, wie es in ihm weiterrechnete und keinen Halt fand.
»Sie zählen immer«, sagte ich.
»Immer. Es beruhigt.«
»Es beruhigt nicht. Es betäubt. Und eben hat Ihnen jemand das Ergebnis weggenommen.«
Er kannte die Geschichte der Spielbank, natürlich. Im August 1865 saß Dostojewski in Wiesbaden fest, die Reisekasse am Roulettetisch verloren, im alten Kurhaus, das an dieser Stelle stand, bevor Thiersch das heutige baute. Fast zwei Monate dauerte es, bis er wegkam. Schon nach gut einer Woche bekam er im Hotel Viktoria nichts mehr zu essen, nur noch Tee, und was ihm Bekannte wie Turgenjew schickten, deckte gerade die aufgelaufenen Schulden. Ein Jahr später schrieb er den »Spieler« in sechsundzwanzig Tagen, und wer Wiesbaden kennt, glaubt in Roulettenburg das alte Kurhaus wiederzuerkennen, den Platz davor, die Allee zum Hotel, auch wenn Baden-Baden und Homburg denselben Anspruch erheben.
»Siebenunddreißig Felder«, sagte der Aktuar, »eines davon grün. Auf dieser Null ruht das ganze Haus. Er hätte es ausrechnen können.«
»Er wusste es. Er hat trotzdem gespielt. Glauben Sie, es ging ihm um Geld?«
»Worum sonst?«
»Um die Sekunde, bevor die Kugel fällt. Die Sekunde, in der niemand rechnen kann. Nicht einmal Sie.«
Er schwieg lange. Dann sagte er, er habe in seinem Leben nie gespielt, nicht einmal Lotto. »Ich ertrage nicht, dass etwas über mich entscheidet, das mich nicht kennt.«
Das war der Satz, auf den ich gewartet hatte. Ich nahm ihm den Bleistift aus der Hand, schlug das Notizbuch auf der Seite mit den Roulettezahlen auf und schrieb unter die letzte Null keine Zahl, sondern meine Adresse im Netz. »Zwischen dem Zufall und einer Frau, die entscheidet, liegt ein Unterschied«, sagte ich. »Der Zufall wird Sie nie kennen. Ich schon. Schreiben Sie mir, und rechnen Sie damit, dass ich Sie warten lasse.« Dann ging ich davon, die Wilhelmstraße hinunter, ohne mich umzudrehen. Ich wusste, dass er mir nachsah und dabei, gegen jede Gewohnheit, nichts zählte.
Neun Tage ohne Antwort
Seine erste Nachricht kam vier Tage später und las sich wie ein Antrag auf eine Lebensversicherung: nummerierte Punkte, sauber formuliert, nichts vergessen. Alter, Größe, Beruf. Ein Blutdruck, der mit einer Tablette am Morgen gut eingestellt sei. Keine Erfahrung, dafür, so schrieb er, »eine präzise Vorstellung davon, was ich nicht kann: verlieren, ohne den Grund zu kennen«.
Ich antwortete nicht. Nicht an diesem Tag, nicht am nächsten. Fünf Tage später kam eine zweite, kürzere Nachricht: ob die erste angekommen sei. Am neunten Tag nach seiner ersten Zeile schrieb ich ihm drei Sätze. Später gestand er mir, er habe in diesen neun Tagen öfter an mich gedacht als an seine Tabellen, und irgendwann nach dem siebten Tag habe er aufgehört, die Tage zu zählen. Das Warten, schrieb er, sei schon das Spiel gewesen, bevor es angefangen habe. Ich widersprach ihm nicht.
Im Vorgespräch wurden wir genau. Ich wollte wissen, was er nicht will: Schmerz höchstens in leichtem Maß, nichts, was man am nächsten Tag sieht, keine Fotos, kein Wort über seine Arbeit. Ich wollte wissen, was sein Körper verträgt. Wegen des Blutdrucks strich ich den Reizstrom, bat ihn, die Tablette wie gewohnt zu nehmen, und ließ ihn alles in seinem Profil im Safe Room festhalten. Er wollte von mir wissen, ob er am Ende »gewinnen« könne. Ich schrieb: »Ob du am Ende Erlaubnis bekommst, entscheide ich. Du stimmst vorher zu, dass die Antwort auch Nein lauten kann. Wenn du das nicht willst, sag es jetzt.« Er brauchte eine Stunde für sein Wort. Es lautete: »Einverstanden.«
Dann das Safeword. Er schlug »Null« vor, und ich lehnte ab. Ein Wort, das im Spiel fallen kann, taugt nicht als Notausgang. Wir einigten uns auf »Kolonnade«, ein Wort, das in einem Zimmer in München niemand aus Versehen sagt. Dazu kam eine Skala, die ihm gefiel, weil sie aus Zahlen bestand: Frage ich, wo er steht, antwortet er mit einer Zahl von eins bis zehn. Eins heißt leicht. Zehn heißt: Gleich sage ich das Wort.
Er wählte im Kalender einen Donnerstagnachmittag, buchte und bezahlte das Zimmer im Studio 60 und schickte mir die Anfrage mit dem Screenshot. Nach meiner Bestätigung kam die Anzahlung, noch am selben Abend. Am Abend vor dem Termin bekam er von mir eine Zeile: »Bring nichts mit außer deinem Notizbuch, und komm nüchtern.«
Drei Minuten Sand
Er kam pünktlich, mit dem Zug aus Wiesbaden, das Telefon ausgeschaltet, das karierte Notizbuch in der Innentasche. Ich nahm es ihm an der Tür ab und legte es auf einen kleinen Tisch, neben drei Dinge, die er dort sehen sollte: eine Sanduhr aus Messing, die drei Minuten läuft, einen weißen Würfel und einen Würfelbecher aus Leder.
Ich ließ ihn auf einem schweren Stuhl Platz nehmen und legte ihm Ledermanschetten um die Handgelenke, die ich an den Armlehnen festmachte. Ich prüfte, ob zwei Finger unter das Leder passten, ließ ihn die Hände öffnen und schließen und fragte, ob etwas kribbelt. »Wenn du Kolonnade sagst, ist alles sofort vorbei. Nicht nach dem nächsten Wurf. Sofort.« Er nickte. »Sag es einmal.« Er sagte es, leise, und ich hörte, dass er wusste, wie es klang.
Die Regeln erklärte ich nur einmal. Er würfelt; ich halte ihm den Becher hin, und er lässt den Würfel mit den Fingerspitzen hineinfallen. Gerade heißt: Ich komme näher. Ungerade heißt: Ich drehe die Sanduhr um, und er bleibt drei Minuten vollkommen still, ohne Wort, ohne Bewegung, ohne mich.
Er rechnete sofort, ich sah es an seinen Augen. Halbe-halbe, ein faires Spiel. Seine Schultern sanken.
Gerade. Ich trat hinter ihn und sprach so dicht an seinem Ohr, dass er meinen Atem spürte, bevor er meine Worte verstand. Mit einer Hand im schwarzen Lederhandschuh fuhr ich langsam an seinem Unterarm entlang bis zur Manschette und wieder zurück. Ungerade. Die Sanduhr, drei Minuten, in denen ich ihm gegenübersaß und ihn ansah, ohne irgendetwas zu tun. Er hielt meinem Blick nicht stand. Gerade, gerade, ungerade. Ich baute die Spannung in ihm auf wie eine Welle, und jedes Mal, wenn ich spürte, dass er der Grenze nahekam, nahm ich die Hand weg, mitten in der Bewegung, und ließ ihn dort, kurz davor, hängen. Der Sand lief, und im Zimmer war nichts zu hören als sein Atem und das feine Rieseln im Glas.
Nach dem sechsten Wurf flüsterte er: »Vier gerade, zwei ungerade.«
»Du zählst«, sagte ich.
»Ich kann nicht anders.«
»Doch. Du lernst es gerade.«
Der Becher bleibt geschlossen
Beim siebten Wurf nahm ich ihm den Becher weg. Ich ließ den Würfel hineinfallen, schüttelte, stellte den Becher kopfüber auf den Tisch und hob ihn nur so weit an, dass allein ich hätte darunter sehen können.
»Ungerade«, sagte ich und drehte die Sanduhr um.
Er spannte sich gegen die Manschetten. »Zeig ihn mir.«
»Nein.«
»Das ist Betrug.«
»Das ist die Bank.«
Ich sah, wie es in ihm arbeitete. Siebzehn Jahre lang war er dafür bezahlt worden, nichts zu glauben, was er nicht nachrechnen konnte. Jetzt saß er auf einem Stuhl in München und sollte einer Frau glauben, die einen Becher in der Hand hielt. Er zog an den Manschetten, nicht fest, eher wie jemand, der prüft, ob eine Tür wirklich verschlossen ist.
Ich wartete, bis der Sand zur Hälfte durchgelaufen war. »Wo stehst du?«
»Sieben.«
»Du kennst das Wort.«
Eine lange Pause. »Ich will es nicht sagen.«
»Dann sag mir, was du willst.«
»Wissen, was unter dem Becher liegt.«
»Das wirst du nicht. Und jetzt?«
Er antwortete nicht mehr. Er schloss die Augen, und in seinem Gesicht gab etwas nach, so wie eine Faust sich öffnet, die zu lange etwas festgehalten hat, das längst nicht mehr darin war.
Von da an würfelte ich nicht mehr. Der Becher blieb, wo er war, über einer Zahl, die er nie erfahren würde. Ich entschied. Näher, fort, Sand, Stimme, Stille. Er fragte nicht mehr nach gerade oder ungerade; er hatte begriffen, dass die Frage keinen Gegenstand mehr hatte. Zweimal ließ ich ihn so nah an die Grenze kommen, dass sich seine Hände um die Armlehnen schlossen, und zweimal ließ ich ihn dort stehen. Als die letzte Sanduhr durchgelaufen war, beugte ich mich zu ihm und sagte: »Nicht heute.«
Er lachte. Ein kurzes, erstauntes Lachen, als hätte ihm jemand eine Rechnung erlassen, die er für unbezahlbar gehalten hatte.
»Wo stehst du?«
»Eins.«
Ich löste die Manschetten, rieb ihm die Handgelenke, gab ihm Wasser und ließ ihn sitzen, solange er wollte. Wir sprachen leise über nichts Bestimmtes, über den Zug, über den Oktober. Den Becher hob ich nicht an.
Zweimal zwei ist fünf
Dostojewski hat dem Erzähler seiner »Aufzeichnungen aus dem Kellerloch« einen Satz in den Mund gelegt, den jeder Aktuar über seinen Schreibtisch hängen sollte: »Zweimal zwei ist vier, das ist schon nicht mehr Leben, meine Herren, sondern der Anfang des Todes.« Und gleich darauf, beinahe zärtlich: Auch zweimal zwei ist fünf sei mitunter ein ganz reizendes Ding. Der Mann im Kellerloch rebelliert nicht gegen die Mathematik. Er rebelliert gegen eine Welt, in der alles schon ausgerechnet ist, er selbst eingeschlossen. Was der Mensch brauche, sagt er, sei nur sein selbständiges Wollen, was diese Selbständigkeit auch koste und wohin sie auch führe.
Der Spieler im Kurhaus sucht dasselbe am falschen Ort. Er will den Augenblick, in dem die Rechnung aussetzt, und überlässt ihn einer Kugel. Aber die Kugel hat keine Ohren. Sie hört kein Safeword, sie fragt nicht, wo du stehst, sie hält nicht inne, wenn deine Hände zittern. Und auf lange Sicht gehört, was sie bewegt, ohnehin der grünen Null und damit dem Haus. Wer sich dem Zufall hingibt, gibt sich etwas hin, das ihn nicht sieht.
Was mein Gast in München erlebte, sah von außen ähnlich aus und war doch das Gegenteil. Auch er wusste nicht, was unter dem Becher lag. Aber über sein Nichtwissen entschied kein Rad, sondern ein Wille, der ihn ansah, der seine Zahl hörte und der bei einem Wort sofort aufgehört hätte. Darin liegt der Unterschied zwischen Ohnmacht und Hingabe. Ohnmacht hat niemanden gewählt. Hingabe hat gewählt, wem sie das Nichtwissen überlässt.
Der Mann im Kellerloch hat einen Gedanken nicht zu Ende geführt. Das selbständige Wollen, nach dem er schreit, kann auch darin bestehen, die Bank abzugeben: freiwillig, mit offenen Augen, für eine Stunde, an jemanden, der sie zu halten versteht. Freiheit heißt dann nicht, dass alles von dir abhängt. Sie heißt, dass du entschieden hast, wem du vertraust, und dass du jederzeit zurücknehmen kannst, was du gegeben hast. Das Safeword ist kein Zugeständnis an die Schwäche. Es ist der Beweis, dass die Hingabe dir gehört.
Dostojewski selbst kam 1871 noch einmal nach Wiesbaden, verlor wieder und schrieb seiner Frau, dies sei das allerletzte Mal gewesen. An einen Spieltisch kehrte er danach nicht mehr zurück. Die Stadt, in der er sich verloren hatte, wurde die Stadt, in der er aufhörte. Mein Gast hatte nie gespielt; er musste nicht aufhören. Er musste anfangen, nicht zu wissen.
Ohne zu zählen
Seine Nachricht kam am nächsten Morgen, ungewohnt kurz und ohne Nummerierung. Auf der Rückfahrt, schrieb er, habe er etwa eine Stunde vor Wiesbaden die Stirn an das Fenster gelehnt, weil ihm auf einmal die Augen nass geworden seien, und er habe dafür keine Erklärung gefunden. Traurig sei er nicht gewesen. Eher so, als hätte jemand ein Gewicht von ihm genommen, das er nie auf eine Waage gelegt hatte. Im Büro werde er niemandem davon erzählen, keiner Kollegin, keinem Freund. Aber er werde es wissen.
Ich ließ ihn zwei Wochen auf eine Antwort warten. Er fragte nicht nach.
Was ich ihm nie gesagt habe: Beim siebten Wurf habe ich selbst nicht unter den Becher gesehen. Ich hob den Becher an, sah dabei aber in sein Gesicht und nicht auf den Würfel, und sagte »ungerade«. Die Zahl war nie wichtig. Wichtig war, wer sie ausspricht.
Im November schrieb er noch einmal. Er sei an einem Sonntagnachmittag an der Brunnenkolonnade entlanggegangen, vom Kurhaus bis hinüber zur Wilhelmstraße, an den hohen Fenstern vorbei, hinter denen im Ostflügel die Automaten blinkten. Auf dem Bowling Green habe der Wind das Laub über den Rasen getrieben, Blatt um Blatt, so gleichmäßig wie Sand durch ein Glas. Erst an der Wilhelmstraße sei ihm aufgefallen, dass er nicht gezählt habe. Er wisse bis heute nicht, wie viele Säulen es sind.
»Gut«, schrieb ich zurück. »Diese Zahl gehört der Bank.«
Zwei Stimmen aus dem Gästebuch
Die beiden Einträge unten stehen wörtlich in meinem Gästebuch. Sie stammen von echten Gästen; mit dem Aktuar aus Wiesbaden oder einer anderen Figur dieser Erzählung haben sie nichts zu tun, auch wenn manches darin anklingt.
„Die zwei Wochen zwischen den Sessions sind manchmal schwerer als die Sessions selbst. Sie lässt mich warten. Sie antwortet nicht sofort. Sie kontrolliert nicht nur die Stunden, in denen ich bei ihr bin, sondern die Tage, an denen ich es nicht bin. Ich habe gelernt, dass das die eigentliche Praxis ist.“ — Andreas B., Gästebuch
„Ich habe es in meiner Außenwelt niemandem erzählt. Ich werde es niemandem erzählen. Aber an dem Abend, an dem ich zum ersten Mal in Subspace war, habe ich auf dem Heimweg im Auto gehalten und geweint, ohne zu wissen warum. Ich war nicht traurig. Ich war erleichtert. Erleichtert von einem Gewicht, das ich nicht gekannt hatte.“ — Daniel R., Gästebuch
Tease and Denial in einer echten Session
Die Geschichte ist erfunden, die Praktik nicht. Tease and Denial ist bei mir im Stundenhonorar enthalten, ohne Aufpreis, ebenso die Fixierung mit Manschetten, Gurten oder Seil, mit der ich es gern verbinde. Würfel, Becher und Sanduhr sind kein festes Programm. Ob ich mit Requisiten spiele, entscheide ich nach dem Vorgespräch und nach dem, was ich an dir sehe.
Bevor wir anfangen, klären wir vier Dinge:
- Grenzen: Was du nicht willst, nennst du vorher, und es geschieht nicht. Was ich nicht anbiete, steht unter Tabus, Grenzen und Sicherheit.
- Gesundheit: Blutdruck, Herz, Epilepsie, Allergien, Verletzungen und Medikamente trägst du in dein Profil im Safe Room ein. Danach richte ich, was ich einsetze und was ich weglasse.
- Safeword: ein Wort, das im Spiel nicht vorkommt. Es beendet jede Handlung sofort, auch mitten in einem Bogen.
- Das Ende: Ob du am Schluss Erlaubnis bekommst, bestimme ich. Einen Anspruch darauf gibt es nicht, und dem stimmst du vorher zu.
Kein Geschlechts-, kein Oralverkehr. Wer die Verweigerung über die Stunde hinaus tragen will, ist bei der Keuschhaltung richtig: Als eigene Session im Studio braucht sie mindestens 120 Minuten, als Keyholding lässt sie sich auch per Video begleiten. Warum gerade Männer, die beruflich alles im Griff haben müssen, die Kontrolle gern für eine Stunde abgeben, darum geht es im Ratgeber Warum Männer zur Domina gehen.
Von Wiesbaden ins Studio 60 nach München
Zwischen Wiesbaden Hauptbahnhof und München Hauptbahnhof liegen mit der Bahn rund vier Stunden, meist mit einem Umstieg, etwa in Frankfurt oder Mainz. In München bringt dich die S1 vom Hauptbahnhof direkt nach Moosach, wo das Studio liegt; die genaue Adresse schicke ich dir nach Bestätigung und Anzahlung. Mit dem Auto sind es gut 400 Kilometer, und ein Flug ab Frankfurt spart kaum Zeit, wenn du den Weg zum Flughafen und das Warten am Gate mitrechnest.
Für den Tag selbst gilt:
- Mit Vorlauf buchen: Wer vier Stunden unterwegs ist, wählt besser einen Nachmittag als den letzten Termin des Abends. Ein verspäteter Zug kürzt deine Zeit bei mir, er verlängert sie nicht. Schreib mir, sobald sich eine Verspätung abzeichnet: Wer ohne Nachricht mehr als 30 Minuten zu spät kommt, gilt als nicht erschienen.
- Das Zimmer zuerst: Erst reservierst und bezahlst du das Zimmer im Studio 60 für genau deine Uhrzeit, dann sendest du die Anfrage und reichst den Screenshot der Buchung nach.
- Rückweg prüfen: Schau vor dem Buchen nach, wann der letzte Zug Richtung Wiesbaden fährt. Nach einem späten Termin ist eine Nacht in München oft die ruhigere Wahl.
- Pünktlich und nüchtern: Das gilt auch nach vier Stunden im Zug. Wer Alkohol getrunken hat, kommt nicht in den Raum.
Diskretion gilt bei mir in beide Richtungen. Was du in München tust, erfährt in Wiesbaden niemand von mir, und für deine Anfrage genügt ein Vorname. Volljährig musst du sein; einen Altersnachweis kann ich verlangen. Wer aus dem Saarland zu mir kommt, findet unter Domina Saarbrücken eine eigene Erzählung.