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Mistress AlexaDomina · München

Erzählung · Mainz

Domina Mainz: eine Erzählung vom Marktfrühstück

Domina Mainz – wer das sucht, findet auf dieser Seite den Weg aus der Landeshauptstadt am Rhein zu mir, einen Blick in die Mainzer Nacht und eine lange Erzählung über Fernkontrolle, die an einem Samstag beim Marktfrühstück neben dem Gutenbergplatz beginnt. Die Geschichte ist frei erfunden. Persönlich empfange ich nur in München, im Studio 60; alles andere geschieht per Video.

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Domina Mainz: der Weg führt nach München

Wer in Mainz nach einer Domina sucht und auf dieser Seite landet, bekommt von mir eine klare Auskunft: Persönlich empfange ich nur in München, im Studio 60. In Mainz selbst gibt es mich nicht zu buchen, weder in der Altstadt noch irgendwo sonst am Rhein. Was es gibt, ist ein Weg nach Süden – und eine Verbindung, die lange vor der ersten Zugfahrt beginnen kann: per Video, per Aufgabe, per Schrift.

So gehst du als Gast aus Mainz vor:

  • Unter Termin wählen legst du die Art fest – eine Stunde, Intensiv mit drei Stunden oder Remote mit 45 Minuten – und dazu Tag und Uhrzeit.
  • Für genau diese Zeit reservierst und bezahlst du vorher das Zimmer im Studio 60, direkt beim Studio; den Screenshot der Buchung schickst du mir mit.
  • Mit einem Klick landest du in WhatsApp oder Telegram, die Nachricht an mich ist samt Preis und Referenz schon geschrieben. Ich antworte und bestätige selbst; bis dahin ist nichts fest. Mit der Anzahlung von 50 € hältst du den Termin, sie zählt zum Honorar.

Das Honorar liegt bei 250 € je Stunde, ab 20 Uhr bei 300 €, zzgl. Raummiete Studio 60; alles Weitere steht unter Preise. Wer die Fahrt noch nicht machen will, beginnt mit der Remote-Session: 45 Minuten Video, weltweit, ab 180 €. Ich spreche und schreibe Deutsch oder Englisch.

Die Erzählung weiter unten handelt von Fernkontrolle: von Anweisungen, die schriftlich kommen, und von einem Mann, der lernen muss, sie zu befolgen, statt sie zu verbessern. Gäste von der anderen Rheinseite finden ihre eigene Geschichte unter Domina Wiesbaden.

Mainz bei Nacht: Kirschgarten, KUZ und die fünfte Jahreszeit

Mainz feiert in Wein und in Jahreszeiten. Ein guter Teil des Abends spielt in Weinstuben, und einmal im Jahr übernimmt die fünfte Jahreszeit die ganze Stadt. Was du kennen solltest:

  • Kirschgarten und Augustinerstraße: Der kleine Platz in der Altstadt mit seinen Fachwerkhäusern und dem Marienbrunnen von 1932 ist der stillere Auftakt eines Abends; nebenan in der Augustinerstraße wird es voller und lauter. In den alten Weinstuben sitzen Mainzer und Besucher an denselben Tischen.
  • KUZ am Rhein: Das Kulturzentrum gibt es seit 1981. Sein Haus ist ein roter Backsteinbau von 1888, einst die Waschanstalt der Garnison, nahe Winterhafen und Ufer. Seit der Sanierung, die 2018 endete, spielt es in der Werkhalle und im Lehrsaal, im Sommer dazu im Garten; auf dem Programm stehen Konzerte, Partys, Kleinkunst und ein Flohmarkt bei Nacht.
  • Kulturclub schon schön: Seit 2010 in der Großen Bleiche, Konzerte, Partys, Bar und Café. Montags wird abwechselnd gejammt oder Jazz gespielt, dienstags gibt es ein Livekonzert, beides bei Eintritt auf Spendenbasis; von Mittwoch bis Samstag beginnen die Partys um 23 Uhr.
  • Fastnacht: Seit 1982 wird die neue Kampagne am 11. November um 11:11 Uhr vom Balkon des Osteiner Hofs am Schillerplatz eröffnet, mit den elf Paragraphen des närrischen Grundgesetzes. Zum Rosenmontagszug kommen nach Schätzung des Mainzer Carneval-Vereins jedes Jahr eine halbe Million Menschen und mehr. Der Fastnachtsbrunnen auf demselben Platz, achteinhalb Meter hoch und 1967 enthüllt, trägt mehr als zweihundert Bronzefiguren.
  • Der Samstagmorgen danach: Das Marktfrühstück der Mainzer Winzer gibt es seit 1999, samstags von 9 bis 15 Uhr, in der Saison 2026 vom 7. März bis zum 31. Oktober – wegen der Baustelle am Liebfrauenplatz diesmal auf drei Plätzen verteilt, an jedem ein anderes Weingut.

Über eine Mainzer Fetischszene schreibe ich hier nichts, was ich nicht selbst prüfen kann. Wer Gleichgesinnte kennenlernen will, schaut ins ganze Rhein-Main-Gebiet; solche Treffen laufen meist über Stammtische, die auf den einschlägigen Plattformen angekündigt werden. Professionelle Domina-Studios gibt es in der Region ebenfalls; Namen anderer Häuser nenne ich nicht. Wer zwischen seinem Alltag und einer Session bewusst Abstand sucht, fährt ohnehin weiter als nur über den Rhein.

Weck, Worscht un Woi neben dem Gutenberg-Denkmal

Ich war an diesem Samstag im Oktober nicht wegen eines Menschen in Mainz, sondern wegen eines Buches. Das Gutenberg-Museum hat sein Haus am Liebfrauenplatz geräumt, der Schellbau ist abgerissen; die Bibeln liegen bis auf Weiteres im Ausweichquartier im Naturhistorischen Museum, im früheren Speisesaal der Klarissen, in einem schwarzen Würfel, der über dem Boden zu schweben scheint. Zweiundvierzig Zeilen je Spalte, gesetzt aus Lettern, die jemand einzeln gegossen hatte – jede spiegelverkehrt, damit sie auf dem Papier richtig steht.

Weil am Liebfrauenplatz gebaut wird, verteilt sich das Marktfrühstück der Mainzer Winzer in diesem Jahr auf drei Plätze: den Fischtorplatz am Rhein, den Schillerplatz rund um den Fastnachtsbrunnen und den Tritonplatz zwischen Gutenbergplatz und Staatstheater. Ich ging zum Tritonplatz. Weck, Worscht un Woi, im Oktober dazu Federweißer und Zwiebelkuchen. Ich nahm ein Glas und stellte mich an einen Stehtisch, in Sichtweite des Bronze-Gutenberg auf dem Nachbarplatz, den Thorvaldsen entworfen hat und der 1837 enthüllt wurde – ein idealisiertes Gesicht, denn ein Bildnis aus seiner Zeit gibt es nicht.

Am selben Tisch stand ein Mann, der keinen Wein trank. Vor ihm lagen Druckfahnen, in der Hand hielt er einen roten Stift, neben dem Brötchen stand ein Wasser. Er strich ein Komma und setzte ein anderes.

„Sie korrigieren am Samstag“, sagte ich.

„Ich korrigiere immer. Ich bin Lektor. Ich verbringe mein Leben in den Sätzen anderer Leute.“

Ich nenne ihn M. Ende vierzig, die Krawatte für einen Samstag eine Spur zu ordentlich. Er wusste mehr über Gutenberg als ich, und er wusste es gern. Dann zitierte er Wittgenstein, als hätte er den Satz für solche Gelegenheiten aufbewahrt: „Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.“

„Und wessen Sätze befolgst du?“, fragte ich und duzte ihn, ohne zu fragen.

Der rote Stift blieb in der Luft stehen. „Keine. Ich verbessere sie.“

„Dann reicht deine Welt genau bis an den Rand der Fehler anderer Leute.“

Er lachte nicht. Er fragte, was ich beruflich mache, und ich sagte es ihm in einem Satz. Er legte den Stift quer über die Fahnen, als wolle er etwas absperren. Ich gab ihm den Namen, unter dem er mich findet. „Wenn du mir schreibst, dann einen Satz, den du nicht verbessert hast.“ Dann ging ich am Gutenberg-Denkmal vorbei Richtung Dom und sah mich nicht um.

Drei Fassungen und ein Füllfederhalter

Seine erste Nachricht kam am Sonntagabend. Sie war fehlerlos, und genau daran sah ich, dass er sie nicht geschrieben, sondern redigiert hatte. Drei Fassungen, gab er zu, als ich fragte.

Ich antwortete mit einer Anweisung: Von jetzt an schreibst du mir mit der Hand, mit einem Füllfederhalter, ohne Tintenkiller, ohne Durchstreichen. Du fotografierst die Seite und schickst sie, wie sie ist. Und du verbesserst nichts, was von mir kommt.

Dann das Vorgespräch, erst schriftlich, dann am Telefon. Blutdruck in Ordnung, keine Medikamente, aber eine gereizte Sehnenscheide im rechten Handgelenk; also begrenzte ich das Schreiben auf Viertelstunden. Seine Grenzen: nichts, was seine Arbeit gefährdet, keine Aufgabe, bei der ein Kollege mitlesen könnte, keine Spuren oberhalb des Kragens. Der Rohrstock, falls wir je in München ankämen, ja – gezählt, beim ersten Mal höchstens zwölf Hiebe.

Als Safeword wählte er „Fischtor“, nach dem Platz am Rhein, über den er jeden Morgen zum Verlag geht. Es beendet alles, sofort, auch mitten in einem Videoanruf, auch wenn ich ihm gerade das Sprechen verboten habe. Für Momente, in denen er schweigen muss, vereinbarten wir ein Zeichen: zweimal die flache Hand auf den Tisch.

Die Regeln passten auf eine Seite. Um halb acht ein Satz darüber, wie er geschlafen hat. Um zehn Uhr abends ein Satz darüber, was er befolgt hat. Meine Antworten kommen, wann ich will, oder gar nicht.

Am vierten Tag schrieb ich: „Morgen um halb acht schickst du mir ein Satz über deine Hände.“ Der Fehler war Absicht. Er schickte pünktlich einen Satz über seine Hände – und darunter, klein, mit Bleistift: einen. Ich schwieg den ganzen Tag. Am Abend schrieb ich: Du schreibst meine Anweisung von gestern zwanzigmal ab, genau so, wie sie dasteht. Auf der Seite, die er schickte, zitterte seine Schrift zum ersten Mal. Beim elften ein Satz, schrieb er später, habe er aufgehört, den Fehler zu sehen, und angefangen, mich zu hören.

Bei mir steht der Satz richtig herum

Die Video-Sessions legte ich auf den Donnerstag, einundzwanzig Uhr, fünfundvierzig Minuten. Er kniete in seiner Wohnung in der Neustadt vor dem Schreibtisch, den Laptop auf einem Stapel Wörterbücher, die Kamera auf Augenhöhe. Vor ihm lagen der Füllfederhalter und ein Block, sonst nichts.

Ich diktierte, er schrieb und hielt die Seite in die Kamera. In dem kleinen Fenster, in dem er sich selbst sah, stand seine Schrift seitenverkehrt; die meisten Programme zeigen einem das eigene Bild gespiegelt. Bei mir kam sie richtig an. „Du siehst deinen Satz falsch herum. Ich sehe ihn richtig. Gewöhn dich daran, für wen du schreibst.“

Manchmal schwieg ich minutenlang, und er hielt die Seite hoch, bis der Arm schwer wurde. In der zweiten Session sah ich, wie er die rechte Hand ausschüttelte. Ich fragte, wo er stehe, auf einer Skala von eins bis zehn. Sechs, sagte er, die Sehne ziehe. Ich ließ ihn den Stift ablegen, bis die Zeit um war. Wer gelernt hat, Schmerz zu verschweigen, um eine Frist zu halten, muss bei mir zuerst lernen, die Wahrheit zu sagen.

Am Freitag vor dem letzten Samstag im Oktober lag ein Umschlag mit Münchner Poststempel in seinem Briefkasten, darin fünf kleinere, jeder mit einer Uhrzeit beschriftet. Keiner durfte vor seiner Zeit geöffnet werden. Um neun: die graue Jacke, keine Krawatte. Um zehn: zum Fischtorplatz, kein Wort mit irgendwem außer dem Winzer, und mit ihm nur die Bestellung. Um elf: ein Weck, im Stehen, mit Blick auf den Fischtorbrunnen, auf dem Fische über steinerne Kugeln springen und den die Mainzer „Quellmänner un Hering“ nennen. Um zwölf: zwanzig Minuten am Ufer entlang. Jede volle Stunde ein Satz an mich. Um eins der letzte Umschlag: Geh nach Hause. Schreib heute nichts mehr.

Um zehn Uhr abends kam nichts. Er hatte gehorcht. Am Morgen schrieb er, er habe am Brunnen zwischen lauter Menschen gestanden, die ihre Gläser hoben, und zum ersten Mal seit Jahren keine Weinkarte und kein Schild im Kopf verbessert. Er habe nur gelesen, was dastand. Ich antwortete mit einem Wort: Gut.

Spiegelschrift im Studio 60

Nach München kam er an einem Mittwoch Anfang November, gut vier Stunden Bahn mit einem Umstieg, nüchtern und eine halbe Stunde zu früh. Das Zimmer im Studio 60 hatte er selbst gebucht, der Screenshot lag längst bei mir. Ich ließ ihn warten bis eins.

In der Mitte des Raumes standen ein Tisch und ein Stuhl, darauf sein Füllfederhalter, Papier und ein Handspiegel. Ich fragte nach der Sehne, nach dem Blutdruck, nach dem Wort. „Fischtor“, sagte er, und ich bestätigte: einmal ausgesprochen, ist alles vorbei. Dann legte ich ihm eine Ledermanschette um das linke Handgelenk und hakte sie an die Armlehne. Zwei Finger passten zwischen Leder und Haut; ich prüfte es vor seinen Augen. Nach jeder Viertelstunde würde er die Feder ablegen und die Hand ruhen lassen, so wie wir es seit dem Vorgespräch hielten.

„Du schreibst, was ich sage. In Spiegelschrift, wie Gutenbergs Lettern. Lesen werde ich es, nicht du.“

Spiegelschrift ist für jemanden, der seit fünfundzwanzig Jahren jedes Wort prüft, eine Art Blindheit: Die Hand weiß nicht mehr, was das Auge kontrolliert. Die Regel hatte ich ihm vor dem ersten Wort genannt, und er hatte ja gesagt: Jeder Strich durch die eigene Schrift kostet einen Hieb mit dem Rohrstock, fällig am Ende des Blattes, zwölf sind die Grenze. Beim dritten Wort strich er einen Buchstaben durch. Ich sagte nur die Zahl. „Eins.“ Bei jeder weiteren Zahl wurde sein Atem flacher.

Am Ende des ersten Blattes waren es fünf. Ich löste die Manschette, ließ ihn aufstehen und sich mit beiden Händen auf den Tisch stützen. Er zählte laut, ich zählte mit. Bei „eins“ klang er wie ein Mann, der eine Zahl in eine Tabelle einträgt; bei „fünf“ nicht mehr. Ich prüfte die Haut und fragte, wo er sei. „Sieben. Die Hand ist gut. Der Kopf nicht.“ Das war ehrlich, und ich sagte es ihm. Ich gab ihm Wasser und so viel Zeit, bis er von selbst „fünf“ sagte. Erst dann setzte er sich wieder.

Er strich nicht durch, weil er Fehler machte, sondern weil er nicht ertrug, nicht zu wissen, ob er welche machte. Also änderte ich das Diktat. Auf dem zweiten Blatt gab ich ihm einen Satz mit einem groben Fehler, einem, den er in jedem Manuskript angestrichen hätte. An dieser Stelle hielt die Feder an. Eine Sekunde, zwei, drei; im Raum nur sein Atem und das Knacken der Heizung. Dann schrieb er weiter. Er schrieb meinen Fehler und strich ihn nicht durch.

Ich hielt das Blatt vor den Spiegel und las es laut, mit dem Fehler. Er senkte den Kopf. Zum ersten Mal an diesem Nachmittag arbeitete er nicht mehr gegen mich.

Der Regel folgen heißt nicht, sie zu lesen

In der dritten Stunde diktierte ich ihm den Satz, mit dem er sich am Tritonplatz vorgestellt hatte. Er schrieb ihn spiegelverkehrt, ohne abzusetzen, und als ich ihm den Spiegel hinhielt, las er ihn zum ersten Mal an diesem Tag selbst – richtig herum, in meiner Hand.

Wittgenstein hat diesen Satz als junger Mann geschrieben, im Tractatus. Später, in den Philosophischen Untersuchungen, ging er einer Frage nach, die für einen Lektor gefährlich ist: Was heißt es, einer Regel zu folgen? „Darum ist ‚der Regel folgen‘ eine Praxis. Und der Regel zu folgen glauben ist nicht: der Regel folgen.“ M. hatte sein Leben lang geglaubt, Regeln zu folgen. In Wahrheit hatte er sie verwaltet: jede Anweisung gelesen, gedeutet, verbessert und am Ende selbst entschieden, was gilt. Wer so liest, gehorcht nie. Er lektoriert.

Einen Paragraphen davor steht, es gebe eine Auffassung einer Regel, die keine Deutung ist, und etwas später der Satz, den ich am liebsten mag: „Wenn ich der Regel folge, wähle ich nicht. Ich folge der Regel blind.“ Wittgenstein meinte damit nicht Gehorsam, sondern die Selbstverständlichkeit einer eingeübten Praxis. Im Studio lese ich ihn trotzdem auf meine Weise: als Beschreibung eines Mannes, der seine Spiegelschrift nicht mehr prüft.

Gehorsam beginnt dort, wo die Deutung aufhört – nicht weil Denken verboten wäre, sondern weil ein anderer Mensch die Bedeutung trägt. In unserem Raum galt, was ich schrieb, so, wie es dastand. Seine Welt war für drei Stunden genau so groß wie meine Sätze. Das klingt nach Enge. Er erlebte das Gegenteil: Zum ersten Mal seit Jahren musste er nicht der erste Leser seiner selbst sein.

Gutenberg wusste etwas Ähnliches über Metall. Eine Letter ist verkehrt, damit der Abdruck stimmt; sie liest ihren Text nie, sie trägt ihn. Macht, wie ich sie verstehe, ist das Recht zu lesen. Hingabe ist die Bereitschaft, gelesen zu werden, ohne zu wissen, wie man dabei aussieht.

Zum Schluss legte ich ihm ein leeres Blatt hin: einen Satz, der von dir ist, spiegelverkehrt. Er schrieb lange und strich nichts durch. Ich las ihn im Spiegel, faltete das Blatt und steckte es ein. Was darauf stand, habe ich ihm nie gesagt. „Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen“, steht am Ende des Tractatus. Manchmal genügt es, dass einer liest und der andere weiß, dass gelesen wurde.

Elf Uhr elf am Schillerplatz

Er fuhr am selben Abend zurück an den Rhein. Um zehn kam sein Bericht, ein Foto aus dem Zug: ein Satz, normal herum, und darin ein falsch geschriebenes Wort, unverbessert. Ich ließ es stehen. Es gehörte ihm.

Die Blätter aus München behielt ich, die sieben Hiebe, die von zwölf übrig waren, auch; er weiß, dass sie da sind, und nicht, wann ich sie einfordere – in München, und nur, wenn er dann wieder ja sagt. Zwischen den Terminen führe ich ihn auf Distanz weiter: der Satz am Morgen, der Satz am Abend, donnerstags die Kamera. In der Woche danach fragte ihn eine Kollegin, ob er verreist gewesen sei, er sehe anders aus. Er sagte, er sei in München gewesen. Mehr nicht.

Am elften November, einem Mittwoch, hatte er sich den Vormittag freigenommen. Um elf Uhr elf stand er auf dem Schillerplatz, in der Innentasche einen Umschlag, den ich ihm in München mitgegeben hatte und den er erst öffnen durfte, wenn vom Balkon des Osteiner Hofs das närrische Grundgesetz verlesen wurde. Um ihn herum Narrenkappen, Trompeten, Rot, Weiß, Blau und Gelb – eine Stadt, die eine Saison lang Gesetzen folgt, die niemand ernst meint und alle einhalten. Im Umschlag stand ein Satz von meiner Hand, in Spiegelschrift.

Er hatte keinen Spiegel dabei. Er las ihn trotzdem, Buchstabe für Buchstabe, von rechts nach links, vor dem Fastnachtsbrunnen, auf dem sich die Narren aus Bronze drängen, und keiner neben ihm wusste, was er da tat. Was in dem Satz stand, bleibt zwischen uns. Nur so viel: Er enthielt einen Fehler. M. hat ihn nicht verbessert.

Zwei Stimmen aus dem Gästebuch

M. ist eine Erfindung. Die beiden folgenden Einträge sind keine: Sie stehen wörtlich so in meinem Gästebuch, geschrieben von echten Gästen, und sie stammen weder von M. noch von einer anderen Figur dieser Geschichte. Ich stelle sie hierher, weil beide aus eigener Erfahrung beschreiben, wie weit meine Führung reicht, wenn ich nicht im selben Raum bin – auch wenn manches davon in der Erzählung anklingt.

„Ich war zehn Tage geschäftlich in Asien. Sie hat mich auch dort geführt. Tägliche Aufgaben, kurze Berichte, ein striktes Protokoll – über elftausend Kilometer Entfernung. Ich bin als ein anderer Mann zurückgekehrt, als der, der hingeflogen war. Niemand hat gewusst, warum.“ — Eintrag im Gästebuch

„Ich war einen ganzen Samstag unter ihrer Führung. Sie hat entschieden, was ich anziehe, wann ich esse, mit wem ich spreche – obwohl ich draußen war, im normalen Leben. Niemand hat etwas gemerkt. Ich war innerlich in einem Zustand, der mit nichts vergleichbar ist.“ — ihr Werkzeug, Gästebuch

Fernkontrolle in Wirklichkeit: was aus der Erzählung gilt

Die Erzählung verdichtet Wochen auf ein paar Seiten. In Wirklichkeit beginnt Fernkontrolle mit einem Vorgespräch, in dem ich wissen will, wie dein Alltag aussieht und was er verträgt: wer mitliest, wann du allein bist, welche Aufgaben deinen Beruf berühren würden. Ebenso gehört dein Körper dazu – Kreislauf, Medikamente, Allergien, alte Verletzungen, auch eine empfindliche Hand, wenn du für mich schreiben sollst. Das trägst du am besten vorab in dein Profil im Safe Room ein; die Einverständnis- und Gesundheitserklärung bestätigst du vor jeder Anfrage.

  • Safeword und Handzeichen: Vor jeder Session legen wir ein Safeword fest, das jede Handlung sofort beendet, im Studio genauso wie vor der Kamera. Für Phasen, in denen du schweigen musst, kommt ein Zeichen mit der Hand dazu. Unterwegs frage ich nach, wo du stehst, und erwarte eine ehrliche Zahl. Mehr dazu unter Tabus, Grenzen und Sicherheit.
  • Per Video: Die Remote-Session dauert 45 Minuten und kostet ab 180 €; den Rest nach der Anzahlung zahlst du vor Beginn. Inhalte sind mentale Führung, Aufgaben, Demütigung, Keuschhaltung und Tribut.
  • Aufgaben zwischen den Terminen: Morgen- und Abendberichte, Diktate oder Regeln für einen ganzen Tag verabreden wir einzeln im Vorgespräch. Sie laufen nicht automatisch; wann sie beginnen und enden, bestimme ich.
  • Im Studio: Fixierungen mit Manschetten, Seilen oder Gurten, Rohrstockerziehung mit vorher vereinbarter und gezählter Zahl von Hieben, Verhöre und Demütigung sind im Stundenpreis enthalten. Keuschhaltung setzt mindestens 120 Minuten voraus, Psychofolter ebenso. Dazu kommt immer die Raummiete für das Studio 60.

Inhalt und Intensität bestimme ich im Rahmen dessen, was wir vereinbart haben; einen Anspruch auf eine bestimmte Praktik gibt es nicht. Kein Geschlechts-, kein Oralverkehr. Wie Führung auf Distanz über Wochen wirkt, beschreibe ich ausführlich im Essay Fernkontrolle.

Von Mainz ins Studio 60 nach München

Von Mainz Hauptbahnhof bis München Hauptbahnhof bist du mit der Bahn rund dreieinhalb bis gut vier Stunden unterwegs. Durchgehend fährt derzeit nur ein ICE am frühen Morgen; sonst steigst du meist einmal um. Prüf die Verbindung für deinen Tag, Fahrpläne ändern sich. Vom Hauptbahnhof geht es mit der S-Bahn weiter in den Münchner Nordwesten; die genaue Adresse bekommst du nach Bestätigung und Anzahlung.

Was ich Gästen aus Mainz für die Planung mitgebe:

  • Nachmittags beginnen: Wer gut vier Stunden Anreise vor sich hat, wählt einen Termin am Nachmittag. Beginnst du um 13 Uhr, nimmst du einen Zug am frühen Morgen und bist nach einer Stunde oder nach drei Stunden Intensiv meist noch am selben Abend zurück am Rhein.
  • Das Zimmer zuerst: Erst buchst und bezahlst du das Zimmer im Studio 60 für die angefragte Zeit, dann schickst du mir den Screenshot.
  • Pünktlich und nüchtern: Kein Federweißer am Morgen, auch nicht am Samstag. Wer Alkohol getrunken hat, wird nicht empfangen. Hängt dein Zug fest, schreib mir sofort; ab 30 Minuten Verspätung ohne Nachricht gilt der Termin als nicht wahrgenommen, und verlängert wird die Zeit nicht.
  • Erst die Kamera, dann die Reise: Wer die Strecke noch nicht fahren will, lernt mich in der Remote-Session kennen. Manche Wege beginnen vor einem Bildschirm in Mainz und enden in München.

Diskretion gilt in beide Richtungen: Ich frage nicht nach deinem Arbeitgeber, und was im Studio geschieht, erfährt in Mainz niemand von mir. Wer aus Thüringen anreist, findet seine eigene Strecke unter Domina Erfurt.

Häufige Fragen

Kommst du für eine Session nach Mainz?

Nein. Persönlich treffe ich Gäste nur in München im Studio 60; Besuche zu Hause, im Büro oder an einem anderen Ort gibt es bei mir nicht. Von Mainz aus erreichst du mich ohne Reise per Video: 45 Minuten, weltweit, ab 180 €.

Ist die Geschichte vom Marktfrühstück wahr?

Nein, sie ist frei erfunden; den Lektor M. gibt es nicht. Wirklich sind die Orte – das Marktfrühstück auf Tritonplatz, Fischtorplatz und Schillerplatz, das Gutenberg-Denkmal, der Fischtorbrunnen – und die zitierten Sätze Wittgensteins. Die beiden Stimmen aus dem Gästebuch sind echte Einträge realer Gäste und gehören zu keiner Figur der Erzählung.

Wie buche ich von Mainz aus einen Termin in München?

Du suchst dir im Kalender auf der Startseite Art, Tag und Uhrzeit aus und buchst für diese Zeit das Zimmer im Studio 60; das bestätigst du bei der Anfrage. Die fertige Nachricht geht per WhatsApp oder Telegram an mich, ich bestätige persönlich, und mit der Anzahlung von 50 € steht der Termin. Bleibt nur noch der Zug: Nimm einen mit genug Reserve.

Funktioniert Fernkontrolle auch, wenn ich in Mainz bleibe?

Ja. Die Remote-Session per Video dauert 45 Minuten und kostet ab 180 €; Aufgaben und Berichte zwischen den Terminen verabreden wir im Vorgespräch. Ob und wann daraus eine Session in München wird, entscheide ich, wenn ich dich kenne.

Bereit, die Kontrolle abzugeben?

Wähle Art, Tag und Uhrzeit im Kalender – die Anfrage geht fertig formuliert per WhatsApp oder Telegram an mich.

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Stand: 2026-10-12