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Mistress AlexaDomina · München

Erzählung · Schwerin

Domina Schwerin: die Schlossherrin und der Stadtführer

Wer „Domina Schwerin“ sucht, findet bei mir zwei Dinge: eine frei erfundene Erzählung über einen Stadtführer, der im Burggarten des Schweriner Schlosses jede Rolle beherrscht außer seiner eigenen, und den ehrlichen Weg zu mir. Meine Sessions finden in München im Studio 60 statt oder weltweit per Video; in Schwerin selbst empfange ich nicht.

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Domina Schwerin: Sessions in München, Begegnung per Video

Eine Domina in Schwerin bin ich nicht, und Sessions gibt es dort bei mir nicht. Ich empfange ausschließlich in München, im Studio 60, oder ich führe dich per Video. Wer aus Schwerin zu mir will, nimmt einen Reisetag in Kauf. Ich halte das für keinen Nachteil: Knapp sieben Stunden Bahn trennen deine Stadt sauber von dem, was im Studio geschieht.

So wird aus deinem Wunsch ein Termin:

  • Du suchst dir im Kalender einen freien Zeitpunkt: eine Stunde, drei Stunden Intensiv oder 45 Minuten Remote.
  • Für genau diese Zeit buchst und bezahlst du das Zimmer im Studio 60 direkt beim Studio. Die Raummiete ist nicht Teil meines Honorars; den Screenshot der Buchung schickst du mir.
  • Deine Anfrage geht als vorformulierte Nachricht mit Preis und Referenz per WhatsApp oder Telegram an mich.
  • Ich bestätige persönlich; erst dann gilt der Termin. Die Anzahlung von 50 € sichert ihn und wird angerechnet.

Was Stunde und Abendtarif kosten, steht unter Preise. Ist dir die Strecke zu weit, beginnst du mit der Remote-Session: 45 Minuten per Video, weltweit, ab 180 €. Ich spreche und schreibe Deutsch und Englisch. Und weil die Erzählung unten von Herrin und Diener handelt: Wie ich Rollenspiele aufbaue, beschreibe ich auf einer eigenen Seite.

Schwerin bei Nacht: Pfaffenteich, Schelfstadt, Speicher

Schwerin ist eine kleine Landeshauptstadt, und ihre Nächte richten sich danach: wenige Adressen, dafür solche, die jeder kennt.

  • Pfaffenteich. Der im Mittelalter aufgestaute Teich mitten in der Stadt ist an Sommerabenden der Treffpunkt; von den Terrassen am Südufer geht der Blick über das Wasser auf die Bürgerhäuser. Nach zwei ausgefallenen Jahren hat die Stadt ihr Altstadtfest für Oktober 2026 als Altstadtfete neu angesetzt; für das Südufer waren DJs und eine Tanzfläche angekündigt.
  • Schelfstadt. Von 1705 bis 1832 eine eigene Stadt mit eigener Verwaltung: Rund um den Ziegenmarkt, wo eine Ziege aus Bronze an den alten Markt erinnert, beginnt ein Abend leiser als am Wasser.
  • Der Speicher. Seit dreißig Jahren eine Bühne für Konzerte zwischen Blues, Soul und Rock, für Comedy und Lesungen.
  • Komplex. Das alternative Kultur- und Wohnprojekt veranstaltet nach eigenen Angaben rund 60 Abende im Jahr: Konzerte, Lesungen, Vorträge, Theater und Partys, im Saal oder im Café Rosa.
  • Schlossfestspiele. Von Ende Mai bis Mitte Juli bespielt das Mecklenburgische Staatstheater Theaterzelt, Schlossgarten und Schlossinnenhof; 2026 standen unter anderem die „Dreigroschenoper“, eine Ballettgala und Konzerte im Innenhof des Schlosses auf dem Programm.

Einen Fetischclub mit regelmäßigen Partys habe ich in Schwerin nicht gefunden. Wer Abende mit Dresscode sucht, fährt nach Hamburg oder Berlin; was die Hauptstadt bietet, beschreibe ich unter Domina Berlin. Dominastudios und private Dominas, die in Schwerin werben, nenne ich hier nicht: Ich kenne ihre Arbeit nicht und empfehle nur, wofür ich einstehen kann. Wo immer du anfragst, achte darauf, dass vorher über Grenzen, Gesundheit und ein Safeword gesprochen wird. Wer mehr sucht, plant eine Reise, an die Küste nach Kiel, in die Hauptstadt oder zu mir nach München.

Der Hofmarschall im Burggarten

Im September nahm ich mir zwei freie Tage in Schwerin. Keine Termine, nur das Schloss, das seit Juli 2024 zum Welterbe gehört. Von der Altstadt aus wirkt es wie eine Behauptung: die vergoldete Kuppel mit dem goldenen Erzengel auf der Spitze, zur Stadt hin Niklot zu Pferd, und rundherum Wasser, das alles noch einmal zeigt, nur leiser.

Ich ging auf die Insel hinüber und durch den Burggarten. Angelegt hat ihn der Hofgärtner Theodor Klett, nach Plänen Lennés und mit Anregungen von Semper und Demmler. Die Wege steigen und fallen über Treppen und Terrassen, als hätte jemand die Landschaft mit Absicht unruhig gemacht, damit man langsamer geht. Unten am Ufer steht eine kleine Grotte aus Findlingen, kühl wie ein Keller. In der Mitte des Gartens liegt die Orangerie, gebaut, damit exotische Pflanzen darin den Winter überstehen. In der warmen Jahreszeit ist dort ein Café; ich nahm mir einen Tisch, bestellte Tee und sah über den Garten zum See.

Vor der Orangerie blieb eine Reisegruppe stehen, nah genug, dass ich jedes Wort hörte. Vor ihr ein Mann in der Uniform eines großherzoglichen Hofmarschalls, dunkelblauer Rock mit Messingknöpfen, den Zweispitz unter dem Arm, Mitte fünfzig vielleicht. Er erzählte vom Petermännchen, dem Schlossgeist aus den Gewölben, mit Laterne, Schwert und Schlüsselbund. Ehrliche belohnte es; Diebe und Eindringlinge plagte es mit Streichen und nächtlichem Poltern, bis sie gingen. Wallenstein soll es in seiner ersten Nacht im Schloss so zugesetzt haben, dass der Feldherr am Morgen übernächtigt abreiste und nie wiederkam. Und Soldaten, die auf der Nachtwache eingeschlafen waren, weckte es.

Er spielte jede Figur. Den verschlafenen Soldaten mit schwerer Zunge, den Schlossgeist mit einer rauen, kleinen Stimme, Wallenstein mit gerecktem Kinn. Er war gut, so gut, dass ich irgendwann nicht mehr der Sage zuhörte, sondern ihm: wie er sich verbeugte, bevor er eine Pointe setzte, und wie seine Augen dabei die Gesichter abzählten.

Als die Gruppe weiterzog, kam er zurück und setzte sich an den Nachbartisch. Er bestellte einen Kaffee und legte den Hut neben die Tasse. „Sie haben nicht gelacht“, sagte er.

„Ich habe zugesehen. Sie haben jede Rolle gespielt, die in Ihrer Geschichte vorkommt. Eine haben Sie ausgelassen.“

„Welche?“

„Ihre eigene.“

Er drehte den Hut in den Händen. Eine Führung sei ein Spiel mit Regeln, sagte er schließlich. Neunzig Minuten lang glaube ihm die Gruppe, dass es 1857 sei, das Jahr, in dem das Schloss eingeweiht wurde; wer dazwischen telefoniere, mache alles kaputt. Ich sagte, Johan Huizinga habe für so jemanden ein genaues Wort: Spielverderber. Er kannte „Homo ludens“; er hatte es für eine Führung über höfische Feste gelesen und nie ganz weggelegt.

„Und was spielen Sie?“

„Ich bin Domina, in München. Meine Spiele haben strengere Regeln als Ihre Führungen.“

Er sah mich lange an, ohne zu erschrecken. Dann lachte er kurz, nicht über mich. „Ich wäre ein miserabler Diener. Ich rede zu viel.“

„Das ließe sich ändern.“ Ich zahlte meinen Tee und sagte ihm meinen Namen. Den Rest würde er finden, wenn er ihn suchte. Wer erst fragen muss, wie man mich erreicht, ist selten schon so weit.

Ein Wort vom Pfaffenteich

Elf Tage später kam eine Nachricht. Sie war lang, gut gebaut und voller Kostüm: „gnädigste Herrin“, „Ihr ergebenster Diener“, eine Anekdote über einen Großherzog. Unterschrieben war sie mit einem Buchstaben, H. Ich antwortete mit zwei Sätzen. Schreib mir noch einmal, ohne Livree. Und sag mir, wovor du Angst hast.

Die zweite Nachricht war kurz. Er wolle dienen, schrieb er, einer Herrin in einem Haus mit Regeln, die er nicht selbst erzählen müsse. Er fürchte nur eines: dass er anfangen würde zu spielen, statt zu gehorchen, so wie er es jeden Tag vor Gruppen tue. Darunter, ohne dass ich fragen musste, das Nüchterne: ein operiertes linkes Knie, das langes Knien nicht verträgt; ein leicht erhöhter Blutdruck, gegen den er morgens eine Tablette nimmt. Keine Spuren an Stellen, die man sieht, denn er steht jeden Tag vor Menschen. Kein Spott über seinen Beruf.

Wir schrieben eine Woche lang hin und her, bis die Ordnung stand. Zwei Stunden in München, ein Samstagnachmittag. Das Zimmer im Studio 60 buchte er selbst und schickte mir die Bestätigung, die Anzahlung kam am selben Abend. Sein Kostüm für die Führungen sollte zu Hause bleiben. Ich verlangte eine schlichte Livree: dunkle Weste, weißes Hemd, keine Messingknöpfe, nichts, woran ein Tourist ihn erkennen würde. Die Glocke und den Schlüsselbund würde ich mitbringen.

Die Regeln der Glocke schrieb ich ihm auf. Ein Schlag: Du kommst zu mir. Zwei Schläge: Du stehst still, wo du gerade bist. Drei Schläge: Du kniest, aber nur auf dem Kissen, das ich hinlege, und nur so lange, wie dein Knie es erlaubt.

Dann das Safeword. Er schlug „Petermännchen“ vor, und ich lehnte ab. Ein Safeword darf nicht zum Spiel gehören, sonst wird es irgendwann gespielt. Er überlegte bis zum nächsten Morgen und schrieb: „Pfaffenteich.“ Das gewöhnlichste Wort, das er kenne, der Teich, an dem er jeden Morgen zur Arbeit vorbeigehe. Ich nahm es. Dazu ein Zeichen ohne Worte: Binde ich ihm die Hände, hält er den Schlüsselbund. Lässt er ihn fallen, ist alles sofort vorbei. Und frage ich nach seiner Farbe, antwortet er grün oder gelb; für alles andere gibt es den Pfaffenteich.

Zuletzt: pünktlich, nüchtern, der frühe Zug. Er bestätigte jeden Punkt einzeln, wie einen Vertrag.

Glocke, Schlüssel, Stille

Um zehn vor vier stand er in München vor der Tür des Studio 60, eine Tasche über der Schulter, sieben Stunden Bahn im Rücken und hellwach. Wir setzten uns zuerst und gingen alles noch einmal durch: das Knie, die Tablette am Morgen, die Glocke, das Wort. Ich ließ ihn das Safeword laut sagen. Ein Wort, das man nie ausgesprochen hat, findet man im Ernstfall nicht.

Dann zog er sich um. Ich gab ihm den Schlüsselbund: zwölf alte Schlüssel an einem Eisenring, auf Flohmärkten zusammengesucht, und keiner davon passt zu einer Tür in diesem Haus. „Die gehören an deinen Gürtel“, sagte ich. „Sie werden dich verraten.“

Auf den Boden legte ich ein Seil zu einem Kreis, groß genug für einen Menschen, der steht. „Innerhalb dieses Seils gilt meine Ordnung. Draußen liegt der Pfaffenteich.“ Ich setzte mich in den Sessel und schlug die Glocke einmal an.

Er kam. Er kam wunderbar, mit einer Verbeugung, die in jedem Thronsaal Applaus bekommen hätte, und sagte in seiner Führungsstimme: „Zu Diensten, gnädige Frau.“ Ich schlug zweimal an. Er erstarrte mitten in der Bewegung, halb gebeugt, und die Schlüssel schlugen einmal gegen seine Hüfte. „Eins“, sagte ich.

Ich stand auf und ging langsam um ihn herum. Jedes Mal, wenn er das Gewicht verlagerte, klirrte es leise, und ich zählte laut mit. Bei sieben hörte er auf, mit dem Körper zu reden. Dann ließ ich ihn Tee einschenken, für mich. Er tat es mit einem Schwung für Zuschauer, und ein Tropfen ging daneben. Zwei Schläge. „Noch einmal. Ohne Publikum.“ Beim dritten Versuch war es nur noch eine Hand, eine Kanne, eine Tasse.

„Wer steht vor mir?“

„Ihr Diener, Herrin.“

„Das ist die Livree. Ich frage, wer sie trägt.“

Er setzte zu einer Geschichte an, Hofmarschall, Großherzog, Festbankett. Zwei Schläge. Er schwieg.

Ich legte ihm weiche Ledermanschetten um die Handgelenke und verband sie hinter seinem Rücken, locker genug, dass zwei Finger darunter passten. Den Schlüsselbund nahm ich von seinem Gürtel und gab ihn ihm in die Hände. „Lass ihn fallen, und es ist vorbei. Dafür brauchst du kein Wort.“ Seine Hände waren warm, die Finger beweglich. Dann ließ ich ihn stehen. Vier Minuten, sechs. Kein Klirren mehr. Nur sein Atem.

„Farbe?“

„Gelb.“

Ich trat dicht an ihn heran. „Was ist es? Das Knie?“

„Nein. Ich habe keinen Text.“

Dann sagte er leise „Pfaffen…“ und brach ab.

Ich legte sofort die Glocke weg und trat aus der Rolle. Ein halbes Safeword gilt bei mir wie ein ganzes. Mit einem Griff löste ich die Verbindung der Manschetten, nahm ihm den Schlüsselbund ab und führte ihn aus dem Kreis zum Stuhl. „Wir haben aufgehört“, sagte ich in meiner gewöhnlichen Stimme. „Niemand hat verloren.“

Er trank einen Schluck Wasser und atmete lange aus. „Ich wollte nur wissen, ob die Tür noch da ist.“

„Sie ist da. Du bist eben durch sie hinausgegangen.“

Er sah lange auf das Seil am Boden, dann auf mich. „Ich möchte zurück. Grün.“

Ich ließ ihn das Wort ein zweites Mal sagen, mit Blick auf mich, und fragte nach dem Knie, nach dem Kopf, nach dem Atem. Erst dann gab ich ihm den Schlüsselbund zurück. Über das Seil stieg er selbst, mit freien Händen; niemand führte ihn. Ich legte das Kissen in den Kreis, nahm die Glocke wieder auf und schlug dreimal an. Er kniete, vorsichtig, das linke Knie zuletzt, meine Hand an seinem Oberarm, bis er sicher war. Ich hob die Glocke über ihn und ließ sie stumm. Jetzt war die Stille der Befehl. „Sag mir einen Satz, den du noch keiner Gruppe gesagt hast.“

Es dauerte lange. Dann, in einer Stimme, die ich an diesem Nachmittag noch nicht gehört hatte: „Ich bin müde, immer jemand anderes zu sein.“

Die Schlüssel in seinen Händen rührten sich nicht.

Der Zauberkreis und die Tür

Johan Huizinga beschreibt in „Homo ludens“ das Spiel als freiwilliges Tun nach Regeln, die man freiwillig annimmt und die dann unbedingt binden, an einem eigenen Ort und in einer eigenen Zeit, herausgehoben aus dem gewöhnlichen Leben. Arena, Spieltisch, Zauberkreis, Tempel, Bühne, Gerichtshof: abgegrenzte Bezirke, in denen besondere Regeln gelten. Sinngemäß sagt er, das Spiel schaffe Ordnung, mehr noch, es sei Ordnung, eine zeitweilige, begrenzte Vollkommenheit in einer unvollkommenen Welt. Das Seil auf dem Boden war nichts anderes: ein Zauberkreis aus Hanf, kaum größer als ein Mensch.

Aufschlussreicher ist, wen die Spielgemeinschaft nach Huizinga härter verurteilt. Nicht den Falschspieler, der betrügt, aber so tut, als halte er sich an die Regeln, und damit den Kreis bestehen lässt, sondern den Spielverderber, der ihn zerbricht und allen zeigt, wie zerbrechlich er war. H. hatte an diesem Nachmittag zuerst falsch gespielt. Er befolgte jede Regel und blieb dabei draußen, hinter seinen Verbeugungen, als Erzähler seiner eigenen Unterwerfung.

Hineingebracht hat ihn ausgerechnet das Wort, mit dem er das Spiel beenden konnte. In meinem Kreis gibt es keinen Spielverderber, weil die Tür zur Ordnung gehört. Wer sie öffnet, zerbricht nichts; er tut, was die Regel vorsieht. H. hatte sie geöffnet, um zu sehen, ob sie wirklich aufgeht, und war hindurchgegangen. Erst als er wusste, dass er gehen konnte, kam er ganz herein. Freiheit war in diesem Raum keine Abwesenheit von Regeln. Sie war die Gewissheit, jederzeit hinausgehen zu können, und die Entscheidung, zurückzukommen.

Schiller hat das 1795 im fünfzehnten seiner Briefe „Über die ästhetische Erziehung des Menschen“ genauer gesagt, als ich es könnte: „der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“ Ein Mann, der täglich Rollen spielt, wurde ernst, sobald er in einem Spiel stand, das ihm keine Rolle mehr ließ.

Hegel lässt in der „Phänomenologie des Geistes“ den Knecht durch seine Arbeit zu sich selbst kommen, während der Herr auf eine Anerkennung angewiesen bleibt, die ihm nicht genügen kann. Meine Macht hing an diesem Nachmittag weder an seiner Anerkennung noch an der Glocke, sondern daran, die Ordnung zu halten, ohne zu zögern, auch in dem Moment, in dem ich sie unterbrach. Ich weiß, wer ich bin. Darum musste ich ihm nichts beweisen.

In der Sage, wie H. sie erzählt hatte, schließt das Petermännchen mit seinen Schlüsseln nichts auf. Es weckt Wachen, die auf ihrem Posten eingeschlafen sind. H. hatte jahrelang Wache gestanden, vor Gruppen, vor Fremden, vor sich selbst, und war dabei eingeschlafen. Zwölf Schlüssel, die nirgends passen, hatten ihn geweckt, weil sie jede seiner Bewegungen hörbar machten.

Mit eigener Stimme

Nach drei Minuten half ich ihm auf; das Knie hatte genug getragen. Ich nahm ihm den Schlüsselbund aus den Händen, damit nichts fiel, was nicht fallen sollte, und nahm ihm die Manschetten ab. Dann rollte ich das Seil auf. Der Kreis war weg, und der Raum war wieder ein Raum.

Er saß lange auf dem Stuhl, eine Decke über den Schultern, ein Glas Wasser in beiden Händen. Ich setzte mich zu ihm. Wir redeten in gewöhnlichen Stimmen: über den Zug, über sein Knie, das gut gehalten hatte, über den Moment mit dem halben Wort. Er fragte, ob er es richtig gemacht habe. Ich sagte, ein Richtig gebe es hier nicht. Es habe einen Satz gegeben, der wahr war, und ein halbes Wort zur rechten Zeit, und das sei mehr, als viele in zwei Stunden zustande bringen. Er hatte ein Zimmer nahe dem Hauptbahnhof genommen und fuhr am nächsten Morgen zurück.

Drei Wochen später schrieb er noch einmal, ohne Anrede, ohne Kostüm. Er führe weiter, auch das Petermännchen gehöre noch zu seinen Runden. Aber am Ende bleibe er jetzt mit der Gruppe auf der eisernen Drehbrücke zwischen Schlossinsel und Schlossgarten stehen und bitte um eine Minute Schweigen. Niemand verderbe sie. Er verbeuge sich auch nicht mehr so tief. Das falle keinem auf, schrieb er, nur ihm, und er gehe seitdem anders über das Pflaster der Insel, gerader.

Der letzte Satz der Nachricht lautete: „Das Petermännchen spreche ich jetzt mit meiner eigenen Stimme.“ Ich habe ihm nicht geantwortet. Manche Nachrichten sind schon ein Ende.

Der Schlüsselbund liegt in München in meiner Schublade, zwölf Schlüssel, und keiner passt. Wenn ich ihn anhebe, klirrt er, und ich sehe einen Mann auf einer Brücke in Schwerin, der schweigt, während hinter ihm die Kuppel mit dem goldenen Erzengel im Wasser liegt und sich nicht bewegt.

Zwei Stimmen aus dem Gästebuch

Die beiden folgenden Einträge stammen aus meinem echten Gästebuch. Mit dem Mann aus der Erzählung haben sie nichts zu tun: Er ist erfunden, die beiden Schreiber sind es nicht. Ich gebe sie wieder, wie sie dort stehen, den zweiten gekürzt.

„Sie hat mich Dinge tun lassen, die ich draußen nie tun könnte. Und ich habe gemerkt, dass es mich nicht klein macht. Im Gegenteil – ich gehe seither aufrechter durch meinen Tag.“ — der Knieende, Gästebuch

„Ich bin älter als die meisten Männer, die zu Mistress Alexa kommen. Ich war in meinem Leben mit drei Mistresses verbunden, alle gut, alle anders. Was Alexa hat, ist eine Ruhe in ihrer Praxis, die ich vorher nicht erlebt habe. Sie weiß, wer sie ist. […]“ — Klaus T., Gästebuch

Wer die Erzählung aufmerksam gelesen hat, findet beide Gedanken darin wieder: eine Haltung, die man aus dem Raum mit hinausnimmt, und eine Ruhe, die nichts beweisen muss.

Herrin und Diener: was davon in einer echten Session geschieht

Die Erzählung ist erfunden, das Handwerk dahinter nicht. Ein Rollenspiel beginnt bei mir lange vor der Session, mit drei Fragen: Wer bist du in diesem Spiel? Worauf soll alles zulaufen? Und was darf auf keinen Fall vorkommen? Deine Antworten schreibst du in dein Profil im Safe Room oder in den Hinweis deiner Anfrage; was offen bleibt, klären wir im Vorgespräch.

  • Im Stundenpreis enthalten sind Rollenspiele, Verhöre, Maskentraining und Fixierungen mit Manschetten, Seilen oder Gurten. Aufwendige Szenarien brauchen Zeit: Militär-Drill mindestens 120 Minuten, eine inszenierte Entführung mindestens 180.
  • Kostüm und Requisiten stimmen wir vorher ab. Eine Livree darfst du mitbringen; Glocke, Seil oder Schlüsselbund bringe ich mit, wenn wir sie vereinbart haben.
  • Körper und Gesundheit: Knie, Rücken, Kreislauf, Medikamente nennst du vor dem Termin. Wie lange du kniest oder stehst, richte ich nach deinem Körper, nicht nach dem Drehbuch.
  • Safeword: Wir vereinbaren es vor jeder Session, dazu ein Zeichen ohne Worte für den Fall, dass deine Hände gebunden sind. Es beendet jede Handlung sofort. Zwischendurch frage ich nach, wo du stehst.
  • Rollen spiele ich ausschließlich zwischen Erwachsenen, auch innerhalb der Fiktion.

Kein Geschlechts-, kein Oralverkehr. Daran ändert keine Rolle und keine Livree etwas. Wie ich Szenarien plane und welche ich nicht spiele, liest du unter Rollenspiele; das Grundsätzliche zu Abbruch und Sicherheit steht unter Tabus, Grenzen und Sicherheit.

Von Schwerin ins Studio 60

Die schnellste Bahnverbindung von Schwerin nach München dauert knapp sieben Stunden mit einem Umstieg, etwa in Hamburg; bis dorthin fährt der Zug knapp eine Stunde. Wer lieber fliegt, startet in Hamburg. Für eine Session am Nachmittag genügt der frühe Zug. Für einen Abendtermin oder das Intensiv-Format plane eine Nacht in München ein und fahr am nächsten Morgen zurück. Wie du in der Stadt zum Studio kommst, steht unter Studio 60.

  • Früh planen. Such dir zuerst eine Verbindung, wähle dann im Kalender den Termin und buche für genau diese Zeit das Zimmer im Studio 60. Die Fahrkarte kaufst du, wenn ich bestätigt habe.
  • Puffer lassen. Ein verpasster Anschluss in Hamburg verschiebt deine Ankunft, nicht meinen Kalender. Wer ohne Nachricht 30 Minuten zu spät kommt, gilt als nicht erschienen, und eine Verspätung verlängert die Session nicht.
  • Nüchtern ankommen. Das Bier aus dem Bordbistro wartet bis zur Rückfahrt. Wer unter Alkohol steht, wird nicht empfangen.
  • Diskretion. Niemand am Pfaffenteich muss wissen, wohin du fährst. Was im Studio geschieht, bleibt dort, auf beiden Seiten; Fotos, Videos und Tonaufnahmen gibt es nur mit vorheriger Zustimmung.

Wer die Strecke nicht fahren kann oder will, lernt mich zuerst in einer Remote-Session kennen und kommt später nach München, wenn das Vertrauen trägt.

Häufige Fragen

Kommt eine Domina aus München für eine Session nach Schwerin?

Nein. Ich reise nicht zu Gästen, weder nach Schwerin noch in eine andere Stadt. Persönliche Sessions finden ausschließlich in München im Studio 60 statt. Wer nicht reisen kann, trifft mich in der Remote-Session per Video, 45 Minuten ab 180 €.

Ist die Geschichte vom Schweriner Schloss wahr?

Nein, sie ist frei erfunden. Den Stadtführer H. gibt es nicht, die Orte schon: Burggarten, Orangerie, Grotte und die Sage vom Petermännchen sind echt. Die beiden Zitate unter „Zwei Stimmen aus dem Gästebuch“ stammen aus echten Einträgen in meinem Gästebuch und nicht von Figuren der Erzählung.

Wie buche ich von Schwerin aus einen Termin?

Wähle im Kalender Art, Tag und Uhrzeit, buche für diese Zeit das Zimmer im Studio 60 und schick mir die fertige Anfrage per WhatsApp oder Telegram, den Screenshot der Raumbuchung dazu. Sobald ich persönlich bestätigt habe, hält die Anzahlung von 50 € dir die Zeit frei. Den Zug buchst du danach; die schnellste Verbindung braucht knapp sieben Stunden.

Darf ich zu einem Rollenspiel eine eigene Livree mitbringen?

Ja, wenn wir es vorher abgesprochen haben. Schreib mir, welche Rolle du dir vorstellst und was du tragen möchtest; ob es in die Szene passt, entscheide ich. Abzeichen realer Armeen oder Regime haben keinen Platz, und jede Rolle bleibt eine Rolle zwischen Erwachsenen. Rollenspiele kosten keinen Aufpreis, berechnet wird die gebuchte Zeit, zzgl. Raummiete Studio 60.

Bereit, die Kontrolle abzugeben?

Wähle Art, Tag und Uhrzeit im Kalender – die Anfrage geht fertig formuliert per WhatsApp oder Telegram an mich.

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Stand: 2026-10-12