Domina Kiel: Sessions in München, nicht an der Förde
Wer in Kiel nach einer Domina sucht, sucht meist zuerst in der Nähe. Deshalb sage ich es gleich am Anfang: In Kiel empfange ich niemanden, und ich komme auch nicht in den Norden, nicht ins Hotel, nicht in eine Wohnung. Meine Sessions finden in München im Studio 60 statt, einem BDSM-Studio, dessen Zimmer du selbst buchst und direkt dort bezahlst. Die Raummiete ist nicht Teil meines Honorars.
So kommst du von Kiel aus zu einem Termin:
- Im Kalender unter Termin wählen entscheidest du dich für eine Stunde, das Intensiv-Format mit drei Stunden oder eine Remote-Session von 45 Minuten, danach für Tag und Uhrzeit.
- Daraufhin öffnet sich WhatsApp oder Telegram; die Nachricht mit Preis und Referenz ist schon formuliert.
- Ich bestätige persönlich. Mit der Anzahlung von 50 €, die auf das Honorar angerechnet wird, ist der Termin gesichert; die Adresse bekommst du danach.
Mein Honorar beträgt 250 € je Stunde, für Stunden mit Beginn ab 20 Uhr 300 € – zzgl. Raummiete Studio 60. Alle Einzelheiten stehen unter Preise, wie die Raumbuchung funktioniert, unter Studio 60. Wer die lange Reise erst später antreten will, beginnt mit einer Remote-Session per Video: weltweit, 45 Minuten, ab 180 €. Ich spreche und schreibe Deutsch und Englisch.
Die Geschichte weiter unten handelt von Gummi. Was ich in diesem Material tatsächlich anbiete, beschreibe ich unter Latex, Gummi und Heavy Rubber.
Kiel bei Nacht: Bergstraße, Pumpe, Kieler Woche
Kiel ist eine Stadt, die nachts nach Wasser klingt, nach Fährmotoren und Wind in den Masten. Ausgegangen wird vor allem in der Innenstadt. Rund um den Alten Markt, die Mitte des alten Stadtkerns, liegen Brauhaus, Bars und Kneipen beieinander, und auch in der Bergstraße reihen sich ein Irish Pub und mehrere Bars dicht aneinander. Ein paar Minuten entfernt steht die Pumpe: ein früheres Abwasserpumpwerk von 1929, seit 1979 ein Kultur- und Kommunikationszentrum mit Bühne, Partys und dem Kommunalen Kino. Wer es klassisch mag, hört Konzerte im Konzerthaus am Schloss, nah an der Förde.
Einmal im Jahr wird die ganze Stadt zur Bühne. Die Kieler Woche, 2026 vom 20. bis 28. Juni zum 132. Mal ausgetragen, verband die Segelregatten vor Schilksee mit mehr als zweitausend Veranstaltungen in der Stadt, rund fünfhundert davon Konzerte am Abend; am letzten Samstag zog die Windjammerparade mit großen Traditionsseglern über die Förde. Im Juli und August folgt an mehreren Wochenenden der Kieler Bootshafensommer: Livemusik ohne Eintritt auf einer schwimmenden Bühne im Bootshafen, mitten in der Innenstadt.
Für Fetisch und BDSM ist Kiel eine kleine Stadt. Studios gibt es auch im Norden; Namen nenne ich keine, und ich verlinke niemanden. Wer mehr Auswahl sucht oder schlicht mehr Abstand zur eigenen Nachbarschaft, ist mit dem Regionalexpress in gut einer Stunde in Hamburg. Wie Gäste von dort zu mir kommen, steht unter Domina Hamburg; wer aus Mecklenburg anreist, findet seinen Weg unter Domina Schwerin. Mein Raum liegt nicht an der Förde, sondern in München, und diese Seite ist für alle, die die lange Fahrt dorthin in Betracht ziehen.
Torkammer vier: ein Nachmittag über der Schleuse
Im Oktober war ich für zwei Tage in Kiel, privat und ohne Arbeit im Gepäck. Ich wollte das Meer sehen, bevor der Winter es grau macht. Am zweiten Nachmittag fuhr ich mit dem Bus hinaus nach Wik, löste am Automaten ein Ticket für einen Euro und stieg die steile Treppe zur Aussichtsplattform der Schleusen hinauf. Die Plattform sitzt auf einem Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg, direkt über einer Torkammer, und wer oben am Geländer steht, blickt in eine Kammer mit dreihundertzehn Metern nutzbarer Länge und zweiundvierzig Metern Breite. Unten lag ein Frachter mit gestapelten Containern, rostrot und vollkommen still.
Neben mir stand ein Mann in einer Jacke, die zu dünn war für den Wind von der Förde. Er sah nicht auf das Schiff, sondern auf das Tor. „Es fährt seitlich weg“, sagte er, ohne dass ich gefragt hatte. „Schiebetore, drei in jeder Kammer, das mittlere ist die Reserve. So läuft das hier seit 1914.“ Er sprach wie jemand, der Zahlen benutzt, um über nichts anderes reden zu müssen.
Ich fragte, worauf der Frachter warte. Auf den Ausgleich, sagte er. Der Kanal hält seinen Pegel, die Ostsee nicht; der Wind drückt sie mal höher, mal tiefer in die Förde. Wie groß der Unterschied ist, entscheidet das Wetter, und trotzdem öffnet niemand das Tor, bevor beide Seiten gleich stehen. „Sonst reißt Ihnen die Strömung das Schiff aus der Hand.“
Er arbeitete als Ingenieur auf einer Werft am Ostufer, zuständig für das, was er Dichtigkeit nannte: Schotten, Durchführungen, Schweißnähte, alles, was verhindert, dass ein Rumpf Wasser nimmt. Ich nenne ihn hier E.; mehr braucht diese Geschichte nicht von ihm. Dann sagte er einen Satz, der nicht in seine Fachsprache passte. Er könne jede Hülle prüfen, nur die eigene nicht. Bei ihm komme alles durch: die Stimmen im Großraumbüro, die Launen anderer, Nachrichten um Mitternacht, jeder fremde Blick. Er sei durchlässig wie ein Schiff, dessen Schott jemand offen gelassen hat.
Drüben am Holtenauer Ufer stand der Leuchtturm, rund zwanzig Meter hoch, in Betrieb seit dem Sommer 1895, in dem der Kanal eröffnet wurde und den Namen Kaiser-Wilhelm-Kanal bekam. Über seinem Haupteingang zeigt ein Relief zwei Meerjungfrauen, die einander die Hände reichen: die Nordsee und die Ostsee, verbunden durch knapp hundert Kilometer Kanal. Ich erzählte E. davon, und er lachte zum ersten Mal. Dann erzählte ich ihm von Didier Anzieu, einem französischen Psychoanalytiker, der in seinem Buch „Das Haut-Ich“ die Haut als Hülle des Ich beschrieben hat: Sie hält zusammen, was wir sind, und sie entscheidet mit, was von außen herein darf. Wer diese Grenze nicht spürt, dem läuft die Welt durch. E. sah mich an, als hätte ich ihm die Zeichnung seines eigenen Rumpfes gezeigt.
Wir blieben lange am Geländer stehen; er hielt es mit beiden Händen umfasst, als müsse er sich an etwas festhalten. Unten glitt das Tor in seine Kammer, der Frachter setzte sich in Bewegung und schob sich hinaus in die Förde. Erst dann sagte ich ihm, was ich beruflich tue: in München, in einem Studio, nach Regeln, die man vorher bespricht. Ich nannte ihm meine Website und gab ihm keinen Rat. „Wenn Sie wissen wollen, wo Ihre Grenze verläuft, schreiben Sie mir. Wenn nicht, war es ein schöner Nachmittag am Wasser.“
Ein Prüfprotokoll mit einer offenen Zeile
Er schrieb nach elf Tagen. Die Nachricht war lang und sachlich, aufgebaut wie ein Prüfprotokoll: Alter, Größe, keine Medikamente, kein Herzleiden, keine bekannte Allergie gegen Latex, ein Knie, das nach dem Laufen manchmal zieht. Darunter, durch eine Leerzeile abgesetzt, ein Absatz ohne Zahlen. Er besitze seit Jahren einen Anzug aus Latex, den er nie jemandem gezeigt habe. Manchmal ziehe er ihn abends an und sitze dann still in seiner Wohnung, bis die Wärme nicht mehr auszuhalten sei. Er wisse nicht, was er dort suche. Er wisse nur, dass er es dort beinahe finde.
Ich antwortete mit Fragen, nicht mit Versprechen. Wie fühlt sich enge Kleidung an, die du nicht selbst öffnen kannst? Hattest du in Aufzügen, in Tunneln, unter schweren Decken je den Drang, sofort hinauszumüssen? Hast du schon eine Haube getragen, und wie lange? Er beantwortete jede Frage, auch die unbequemen. Bei der Haube zögerte er. Er habe es einmal allein versucht und sie nach einer Minute heruntergerissen, mit klopfendem Herzen. Ich bat ihn, eine Haube nie wieder allein zu tragen, und schrieb ihm, dass diese Zeile die wichtigste unseres ganzen Briefwechsels sei.
Dann legten wir fest, was festgelegt werden muss. Das Safeword wählte er selbst: Holtenau. Weil eine Haube die Stimme dämpft, bekam er zusätzlich ein Zeichen ohne Worte, einen schweren Schlüsselbund für die rechte Hand. Fällt er zu Boden, ist alles sofort vorbei, ohne Rückfrage und ohne Enttäuschung. Die Haube, die ich für ihn auswählte, würde Augen, Nase und Mund frei lassen, offener als die, die er sich allein heruntergerissen hatte; Nase und Mund bleiben bei mir immer frei. Unter Gummi staut sich Wärme, also würde es Trinkpausen geben, und auf seinen Kreislauf würde ich achten, nicht er. Er sollte ausgeschlafen und nüchtern kommen, am Abend davor ohne Alkohol.
Weil schweres Gummi Zeit braucht, buchten wir das Intensiv-Format mit drei Stunden. Das Zimmer im Studio 60 buchte er selbst und schickte mir den Screenshot der Bestätigung. Seinen eigenen Anzug durfte er mitbringen: gewaschen, getrocknet, ohne Öl, getrennt verpackt. Zwei Tage vor dem Termin kam noch eine kurze Nachricht. Er habe Angst, dass gar nichts passiere. Ich schrieb zurück: Dann passiert nichts, und du weißt danach genauer als vorher, was du suchst.
Einfahrt in die Kammer: Gummi, Gurte, Haube
Er kam pünktlich nach München, mit einer Sporttasche und einem Gesicht, das sich vorgenommen hatte, ruhig zu sein. Wir saßen zuerst eine Viertelstunde am Tisch im Studio 60. Ich ließ ihn das Safeword laut aussprechen, dann gab ich ihm den Schlüsselbund und ließ ihn zur Probe fallen. Das Klirren auf dem Boden war ein sehr kleines Geräusch für etwas, das alles beenden kann.
Das Anziehen ist bei Latex keine Vorbereitung, es ist der erste Teil der Session. Er legte Uhr und Ring ab, wusch sich die Hände und zeigte mir die Fingernägel. Ich gab ihm die Anziehhilfe auf Silikonbasis, und er wollte es schnell erledigen, wie einen Arbeitsschritt auf der Werft. Ich nahm ihm den Anzug aus der Hand. „Heute dichtest du nichts ab“, sagte ich. „Heute wirst du abgedichtet.“ Bein für Bein, Arm für Arm zog ich das Material über ihn und strich mit flacher Hand die Luft heraus, bis es überall anlag. Wer Latex kennt, kennt das Geräusch: ein leises Quietschen, solange Gummi über Gummi gleitet, dann Stille, sobald es sitzt.
Über seinen Anzug kam eine zweite Lage, dick und schwer, die wir im Vorgespräch ausgesucht hatten. Mit jeder Schicht wurden seine Bewegungen langsamer. Ich legte ihn auf eine Liege und fixierte ihn mit breiten Gurten über Oberarmen, Hüfte, Knien und Knöcheln, nicht so fest, dass sie drücken, aber fest genug, um ihm jedes Ausweichen zu nehmen. Brust und Hals ließ ich frei. Seine Hände blieben frei genug, um den Schlüsselbund zu halten und fallen zu lassen. Er fing an zu reden, über Dehnung bei Wärme, über Materialermüdung, über Prüfnormen. Ich ließ ihn drei Sätze lang. Dann sagte ich: „Genug erklärt.“ Er verstummte, nicht weil er wollte, sondern weil niemand mehr im Raum war, der seine Erklärung brauchte.
Zuletzt nahm ich die Haube. Ich zeigte sie ihm von innen, ließ ihn die Öffnungen sehen und das Material riechen, damit nichts daran fremd war. „Farbe?“, fragte ich. „Grün“, sagte er, etwas zu schnell. Ich wartete, bis er es noch einmal sagte, langsamer. Dann zog ich ihm die Haube über, von der Stirn zum Nacken, und schloss den Reißverschluss am Hinterkopf. Ich legte meine Hand auf seine rechte Faust, in der die Schlüssel lagen, damit er wusste, dass ich wusste, wo sie waren.
Niveauausgleich: vier Minuten vor dem Loslassen
Die ersten Minuten unter einer Haube sind die ehrlichsten. Die Welt schrumpft auf zwei Ausschnitte für die Augen und auf das, was man von innen hört: den eigenen Atem, den eigenen Puls, das Knistern des Materials bei jeder Bewegung, die nicht mehr gelingt. Ich setzte mich neben ihn und sah auf seine Hand.
Nach etwa vier Minuten wurde sein Atem schneller. Die Finger um den Schlüsselbund lockerten sich, das Metall rutschte einen Zentimeter, dann zwei. Das ist der Moment, in dem ich nichts entscheide. Er sollte entscheiden, und er sollte wissen, dass er es durfte. Ich beugte mich zu ihm und sagte leise neben die Haube: „Du darfst sie fallen lassen. Dann ziehe ich dir die Haube ab, und niemand ist enttäuscht.“ Die Schlüssel rutschten noch ein Stück. Dann schloss sich seine Faust wieder, langsam, mit Absicht.
Ich fragte nach der Farbe. Gedämpft, aber deutlich: „Gelb.“ Ich öffnete den Reißverschluss im Nacken eine Handbreit, ließ kühle Luft an seinen Hals und wartete. Nach einer Weile kam: „Grün.“ Ich schloss ihn wieder.
Dann gab ich ihm etwas, woran sich seine Aufmerksamkeit halten konnte, und es war das Bild, das er selbst mitgebracht hatte. „Du liegst in der Kammer“, sagte ich. „Das Tor hinter dir ist geschlossen. Das Tor vor dir ist noch geschlossen. Niemand zieht dich hinaus, niemand drückt dich hinein. Das Wasser steigt nicht, es sinkt nicht. Es wird gleich.“ Danach sagte ich lange nichts.
Ich legte meine Hand im Latexhandschuh flach auf seine Schulter, über beide Lagen. Er spürte keine Berührung, nur Druck, eine Fläche, eine Grenze. An dieser Grenze, sagte er mir später, habe er zum ersten Mal gemerkt, wo er aufhört und wo der Raum anfängt. Sein Atem wurde ruhiger, ohne dass ich ihn darum bat. Der Arm lag schwer auf der Liege, die Faust blieb geschlossen.
Alle paar Minuten tippte ich ihm zweimal auf die Schulter, und er hob den Daumen der linken Hand, jedes Mal sofort, nur ohne Eile, als käme die Antwort aus größerer Entfernung, aus einem Zustand, in dem meine Stimme das Letzte war, was noch von außen zu ihm drang. Zwischen den Zeichen prüfte ich mit dem Handrücken die Wärme an seinem Hals, dort, wo die Haube endet. Alle zwanzig Minuten gab ich ihm durch die Mundöffnung Wasser mit einem Strohhalm. Später löste ich die Gurte, half ihm, sich aufzusetzen, und schlang ihm den Schlüsselbund mit einer Schlaufe ums rechte Handgelenk; ein Schütteln, ein Klirren hätte genügt. Dann legte ich ihm meine Handschuhe in den Schoß, dazu ein Tuch und Pflegemittel auf Silikonbasis. Er polierte, bis kein Abdruck mehr zu sehen war, langsam, als prüfe er eine Naht. Ich sah zu, wie aus dem Mann, der alles im Griff behalten musste, jemand wurde, der eine kleine Aufgabe ganz und gar erfüllte.
Das Tiefste ist die Haut: Hülle, Macht, Freiheit
Paul Valéry hat in „L’Idée fixe“, einem Dialog zweier Männer am Meer, einen Satz geschrieben, den Anzieu später sehr ernst genommen hat: „Das Tiefste am Menschen ist die Haut.“ Man hält ihn zuerst für eine Pointe. In jener Nacht im Studio 60 erschien er mir wie eine technische Beschreibung.
E. hatte geglaubt, er sei durchlässig, weil in ihm zu wenig sei: zu wenig Wille, zu wenig Härte, zu wenig Ich. Mir schien es umgekehrt. In ihm war genug, nur fehlte die Grenze, an der es sich sammeln konnte. Latex fügt einem Menschen nichts hinzu. Es macht hörbar und fühlbar, wo er endet. Jede Bewegung knistert, jede Wärme bleibt, jeder Druck von außen kommt als Druck an und nicht als Flut. Die zweite Haut tat, was die erste bei ihm verlernt hatte: Sie hielt zusammen, und sie filterte.
Viele stellen sich Dominanz als Einbruch vor, als Niederreißen von Mauern. Oft ist es das Gegenteil. Ich baue für ein paar Stunden eine Wand um jemanden, damit er aufhören kann, sich zu verteidigen. Hingabe heißt dann nicht, sich aufzulösen. Sie heißt, lange genug eingeschlossen zu sein, bis der Druck auf beiden Seiten gleich ist.
Goethe hat im „Gesang der Geister über den Wassern“ geschrieben: „Seele des Menschen, / Wie gleichst du dem Wasser!“ Wasser nimmt die Form des Gefäßes an, in dem es steht, und ohne Gefäß läuft es davon. Ein Schiff in der Schleusenkammer ist nicht gefangen. Es wird von einem Wasser in ein anderes gebracht, und das geschlossene Tor ist nicht das Gegenteil der Durchfahrt, sondern ihre Bedingung.
Meine Macht in dieser Nacht war das Tor, nicht das Wasser. Ich entschied, wann geschlossen wurde, wie lange gewartet wurde, wann sich etwas öffnete. Aber in seiner rechten Hand lag die ganze Zeit ein zweites Tor, ein Bund Schlüssel, der nur fallen musste. Darin liegt für mich der Kern dessen, was ich tue: Er hätte jederzeit gehen können, und weil er es konnte, musste er es nicht. Freiheit war in diesem Raum keine Abwesenheit von Grenzen. Sie war die Gewissheit, dass jede Grenze verabredet war.
Das Tor fährt auf: zurück an die Förde
Das Lösen dauerte fast so lange wie das Einkleiden, und es sollte so lange dauern. Zuerst die Haube, langsam, von hinten nach vorn; er blinzelte ins gedämpfte Licht, als tauche er aus großer Tiefe auf. Dann Wasser, dann die schwere Lage, zuletzt sein eigener Anzug, den ich dort, wo er an der Haut haftete, mit lauwarmem Wasser löste. Seine Haut war rot und warm, an den Nähten zeichneten sich feine Linien ab, die eine Stunde später verschwunden sein würden. Er saß lange in eine Decke gewickelt und sagte nichts. Dann sagte er: „Ich weiß jetzt, wo ich aufhöre.“ Und lachte, weil es klang wie ein Satz aus einem Datenblatt.
Eine Woche später kam eine Nachricht. Er sei nach der Rückfahrt am nächsten Morgen bei Sonnenaufgang auf die Plattform gestiegen, noch bevor er irgendjemanden gesprochen habe. Er habe einem Schiff zugesehen, das in der Kammer lag, bis das Wasser gleich stand, und dabei verstanden, dass er einen Druck erst bemerkt habe, als er weg war. So wie ein Rumpf nicht spürt, wie viel Wasser ihn von allen Seiten presst, solange er schwimmt. Er habe niemandem davon erzählt, schrieb er, und er habe es auch nicht vor. Es gehöre ihm.
Im Februar schrieb er noch einmal, kürzer. Er werde nicht oft kommen, vielleicht einmal im Jahr, vielleicht seltener. Es genüge ihm zu wissen, dass es die Kammer gibt, und in München jemanden, der den Klang seines Atems unter Gummi kennt. Manches Schiff kommt nur einmal im Jahr durch Holtenau. Aber sein Kapitän plant die Route in dem Wissen, dass die Kammer da ist und sich öffnet.
Seiner Nachricht hing ein Foto an. Die Plattform kurz nach Sonnenaufgang, Raureif auf dem Geländer, unten ein Schiff in der Kammer, das Tor halb in seine Torkammer gefahren. Und weit hinten, am anderen Ufer, der Leuchtturm, über dessen Eingang zwei Meerjungfrauen im Relief einander die Hände reichen, Nordsee und Ostsee: zwei Wasser, die einander hier nur begegnen, weil jemand zwischen ihnen eine Kammer gebaut hat, die sich schließen lässt.
Zwei Stimmen aus dem Gästebuch
E. ist erfunden. Die beiden folgenden Stimmen sind es nicht: Es sind echte Einträge aus meinem Gästebuch, wörtlich übernommen, geschrieben von Gästen, die mit dieser Geschichte nichts zu tun haben und keine ihrer Figuren sind.
„Ich brauche das nicht jede Woche. Ich brauche das nicht jeden Monat. Ich brauche nur das Wissen, dass es diesen Ort gibt. Dass ich, wenn ich nicht mehr funktioniere, jemanden anrufen kann, der mich kennt. Das allein hält mich draußen aufrecht. Das ist das eigentliche Geschenk dieser Praxis.“ — Eintrag im Gästebuch
„Ich habe es in meiner Außenwelt niemandem erzählt. Ich werde es niemandem erzählen. Aber an dem Abend, an dem ich zum ersten Mal in Subspace war, habe ich auf dem Heimweg im Auto gehalten und geweint, ohne zu wissen warum. Ich war nicht traurig. Ich war erleichtert. Erleichtert von einem Gewicht, das ich nicht gekannt hatte.“ — Daniel R., Gästebuch
Die Erzählung nimmt zwei Motive dieser Einträge auf: das Schweigen nach außen und das Wissen, dass es einen Ort gibt. Mehr verbindet sie nicht. Die Einträge stammen nicht von E., und sie erzählen nicht seine Geschichte.
Latex und Heavy Rubber in einer echten Session
Die Geschichte verdichtet, was in Wirklichkeit mehr Gespräch und mehr Pausen braucht. Wenn du aus Kiel mit dem Wunsch nach Gummi zu mir kommst, beginnt alles mit Fragen: Welche Teile besitzt du, wie eng trägst du sie, wie reagierst du auf Wärme, auf Enge, auf eine Haube? Eine Latexallergie nennst du mir vorher, ebenso Herz-Kreislauf-Beschwerden, Medikamente und alte Verletzungen; am besten trägst du all das in dein Profil im Safe Room ein.
- Gummi und Latex sind im Stundenhonorar enthalten, an mir wie an dir.
- Heavy Rubber, das Einschließen in schweres, oft mehrlagiges Gummi, setzt mindestens 120 Minuten voraus. Bei drei Stunden passt das Intensiv-Format.
- Fixierungen mit Gurten oder Seilen kosten keinen Aufpreis.
- Hauben gehören zum Maskentraining, das ebenfalls inklusive ist; Nase und Mund bleiben dabei immer frei.
Vor jeder Session vereinbaren wir Grenzen und ein Safeword, das jede Handlung sofort beendet. Wer in Material eingeschlossen ist, bekommt zusätzlich ein Zeichen, das ohne Stimme funktioniert, und ich bleibe die ganze Zeit im Raum. Alles, was dich umschließt, lässt sich schnell öffnen; im Zweifel schneide ich Material auf, statt zu warten. Kein Geschlechts-, kein Oralverkehr. Mehr über Material, Pflege und eigene Kleidung steht unter Latex, Gummi und Heavy Rubber, was grundsätzlich ausgeschlossen ist, unter Tabus, Grenzen und Sicherheit.
Von Kiel ins Studio 60: Anreise und Planung
Von Kiel nach München ist es weit, und die Strecke will geplant sein. Mit der Bahn bist du je nach Verbindung sieben bis acht Stunden unterwegs und steigst mindestens einmal um, meist in Hamburg, wo der Regionalexpress aus Kiel auf den ICE nach Süden trifft. Wer fliegt, startet in Hamburg: Der Flughafenbus aus Kiel oder die Bahn über den Hamburger Hauptbahnhof bringen dich zum Terminal, in der Luft bist du gut eine Stunde, und vom Münchner Flughafen fährt die S-Bahn in rund vierzig Minuten in die Stadt. Rechne die Wege zu beiden Flughäfen großzügig ein. Wo genau das Studio liegt, schreibe ich dir, sobald dein Termin bestätigt ist.
Für eine Session aus dem hohen Norden rate ich zu Folgendem:
- Früh anfragen. Wähle den Termin im Kalender, bevor du Zug oder Flug kaufst, und warte meine Bestätigung ab.
- Zimmer sichern. Buche das Zimmer im Studio 60 für genau diese Zeit und schick mir den Screenshot.
- Puffer einplanen. Wer erst am Morgen in Kiel losfährt, kommt abgehetzt an. Besser ist eine Übernachtung in München und am nächsten Tag der Weg vom Hotel ins Studio. Ein verpasster Anschluss in Hamburg verlängert die Session nicht, und wer 30 Minuten oder länger ohne Nachricht ausbleibt, gilt als nicht erschienen.
- Nüchtern ankommen. Kein Bier im Zug, kein Glas zur Beruhigung. Wer getrunken hat, wird nicht empfangen.
Diskretion gilt auf beiden Seiten: Ich spreche über niemanden, und ich erwarte dasselbe von dir. Ist dir die Reise vorerst zu weit, beginnen wir mit einer Remote-Session per Video, und die Fahrt nach München kommt, wenn du so weit bist.