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Mistress AlexaDomina · München

Erzählung · Dresden

Domina Dresden: Der Restaurator auf der Brühlschen Terrasse

Wer in Dresden eine Domina sucht, findet bei mir zweierlei: eine Geschichte von der Elbe und den Weg nach München. Die Geschichte ist frei erfunden; sie handelt von G., einem Gemälderestaurator, der auf der Brühlschen Terrasse begreift, dass er Bilder seit Jahren prüft, aber nie anschaut. Sessions gebe ich ausschließlich in München, im Studio 60; wer die Reise noch scheut, begegnet mir zuerst per Video.

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Domina Dresden: was ich Gästen von der Elbe anbiete

Ich arbeite in München. In Dresden empfange ich niemanden, und an die Elbe reise ich nicht – weder in deine Wohnung noch in ein Hotel. Wer von Sachsen aus eine Domina sucht, die ihn wirklich führt, kommt zu mir ins Studio 60, das BDSM-Studio in München, in dem ich meine persönlichen Sessions gebe.

Der Weg dorthin in vier Schritten:

  • Im Kalender legst du Art, Tag und Uhrzeit fest: eine Stunde, drei Stunden Intensiv oder Remote.
  • Deine Anfrage geht fertig formuliert per WhatsApp oder Telegram an mich, mit Preis und Referenz.
  • Verbindlich wird der Termin erst mit meiner persönlichen Zusage und der Anzahlung von 50 €, die ich auf das Honorar anrechne.
  • Den Raum reservierst und bezahlst du selbst beim Studio; die Buchungsbestätigung schickst du mir als Screenshot.

Alle Einzelheiten zur Anfrage stehen unter Termin, die Tarife unter Preise. Rund viereinhalb Stunden Bahnfahrt sind für einen ersten Schritt viel; er darf deshalb auch eine Remote-Session sein – 45 Minuten per Video, weltweit, ab 180 €. Ich spreche und schreibe Deutsch und Englisch, keine weitere Sprache.

Im Zentrum der Erzählung steht Anbetung; was ich darunter verstehe, habe ich im Essay Anbetung ausführlicher aufgeschrieben. Eine andere, ebenso erfundene Stadtgeschichte beginnt in Thüringen: Domina Erfurt.

Dresden bei Nacht: Neustadt, Elbufer und Fetischszene

Abends zieht es Dresden über die Elbe nach Norden. Die Äußere Neustadt rund um Alaunstraße, Louisenstraße und Görlitzer Straße gilt als eines der größten erhaltenen Gründerzeitviertel Deutschlands; die Stadt selbst zählt in ihren Gassen und Hinterhöfen über 150 Kneipen, Musikclubs und Läden. Mittendrin verbindet die Kunsthofpassage fünf Höfe zwischen Alaunstraße und Görlitzer Straße; im Hof der Elemente klettern Fallrohre und Trichter eine blaue Fassade hinauf, die bei Regen zu musizieren beginnt.

  • Die Scheune an der Alaunstraße, 1951 als Jugendklub eröffnet, ist nach vier Jahren Umbau seit September 2026 wieder offen: Konzerte, Lesungen, Partys.
  • Im Juni feiert die Neustadt auf dem Martin-Luther-Platz den Bunten Sommer Neustadt, ein nichtkommerzielles Stadtteilfest mit mehreren Bühnen, Bands und DJs, getragen von Initiativen aus dem Viertel.
  • Im Sommer wird das Königsufer auf der Neustädter Seite, gegenüber der Altstadt, zur Bühne der Filmnächte am Elbufer; es gibt sie seit 1991, 2026 lief die 36. Saison.
  • Elektronische Nächte findest du etwa im objekt klein a im Industriegelände im Dresdner Norden, einem Club mit mehreren Floors und, wenn es warm ist, einem Außenbereich.
  • Die schwule Leder- und Fetischszene hat mit dem Leder- und Fetischclub Dresden e.V. einen eigenen Verein. Im Oktober 2025 richtete er die Fetishunity aus, ein Wochenende mit Delegierten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, an dessen Ende der Titel Mr. Fetish Germany 2026 vergeben wurde.

Professionelle Dominas und Studios gibt es auch in Dresden. Namen nenne ich keine – Diskretion gilt bei mir auch gegenüber Kolleginnen.

Kurz vor der Dämmerung auf dem Balkon Europas

Ich war für zwei Tage in Dresden, ohne Termin und ohne Absicht. Am späten Nachmittag hatte ich im Albertinum vor einem kleinen Bild von Caspar David Friedrich gestanden: zwei Männer in Mänteln, eine entwurzelte Eiche, eine schmale Mondsichel. Nichts geschieht auf diesem Bild. Man sieht die beiden nur von hinten, und doch weiß man, dass sie beim Schauen nichts wollen. Diesen Blick nahm ich mit hinaus auf die Brühlsche Terrasse, durch den alten Brühlschen Garten, am Denkmal für Friedrich vorbei.

Man nennt sie den Balkon Europas, seit dem frühen neunzehnten Jahrhundert. Vorher war sie Festungswall, dann der Privatgarten des Ministers Brühl; 1814 befahl der russische Generalgouverneur, sie für alle zu öffnen. Es war Oktober. Unter der Brüstung lag die Elbe breit und langsam, das Neustädter Ufer stand schon im Schatten, und an den Anlegestellen der Dampfschiffe drückte ein Raddampfer seine letzte Bugwelle gegen die Mauer. Über mir wölbte sich die gefaltete Glaskuppel der Kunstakademie, die man in Dresden Zitronenpresse nennt, und auf ihrer Spitze fing die goldene Fama das letzte Licht.

Er stand an der Brüstung unterhalb der Kunstakademie, den Rücken zum Fluss, und sah hinauf zu dieser Kuppel – nicht bewundernd, sondern prüfend, den Kopf schräg, wie man einem Riss durch eine Wand folgt. Ich fragte ihn, was er suche.

„Den Fehler“, sagte er. „Das ist mein Beruf.“

Er restauriere Gemälde, seit mehr als zwanzig Jahren, in einer Werkstatt, auf deren Tischen Bilder aus großen Sammlungen landen, wenn ihr Firnis vergilbt oder eine Leinwand nachgibt. Gerade liege dort eine Stadtansicht aus dem achtzehnten Jahrhundert: Elbe, Brücke, Kuppeln, der Blick, den man hier Canaletto-Blick nennt, nach Bernardo Bellotto, der sich wie sein Onkel Canaletto nannte.

„Und was siehst du, wenn du sie ansiehst?“

„Krakelee. Retuschen meiner Vorgänger. Die Stelle, an der jemand vor hundert Jahren zu viel Blau genommen hat.“

„Und das Bild?“

Er schwieg so lange, dass unten ein zweites Schiff anlegen konnte. „Ich stehe jeden Tag vor großer Kunst“, sagte er dann, „und ich habe sie nie angebetet. Ich weiß nicht einmal, ob ich sie je angeschaut habe.“

Wir setzten uns auf eine Bank mit Blick über den Fluss und tranken Kaffee aus Pappbechern. Ich erzählte ihm, dass Arthur Schopenhauer im selben Jahr nach Dresden kam, in dem diese Terrasse geöffnet wurde, und dass er hier „Die Welt als Wille und Vorstellung“ schrieb – ein Buch über den Willen, der nie aufhört zu drängen, und über die seltenen Augenblicke, in denen er schweigt, weil jemand nur noch schaut.

„Mein Wille schweigt nie“, sagte G. „Er korrigiert.“

„Dann lass dich einmal korrigieren.“

Er sah mich an, zum ersten Mal ohne zu prüfen. Ich sagte ihm, wer ich bin und wo ich arbeite: in München, nicht hier. Dass er mir schreiben könne, wenn er wissen wolle, wie sich ein Anschauen anfühlt, das nichts mehr will. Dann ging ich die breite Freitreppe zum Schlossplatz hinunter, an Schillings Bronzen der vier Tageszeiten vorbei, und drehte mich nicht um.

Drei Seiten, vier Zeilen: das Vorgespräch

Elf Tage lang kam nichts. Dann kamen drei Seiten auf einmal: über Firnis und Lösungsmittel, über Schopenhauer, über eine Ehe, die freundlich zu Ende gegangen war, über das Gefühl, sein Blick sei ein Werkzeug geworden, das er nicht mehr aus der Hand legen könne. Ich antwortete mit vier Zeilen. Er solle mir schreiben, was er sich wünsche, was er fürchte und was nicht geschehen dürfe. Sonst nichts.

Die zweite Nachricht war kurz, und an ihr erkannte ich, dass er mich verstanden hatte. Er wünsche sich eine Stunde, in der er nichts prüfen müsse. Er fürchte, sich lächerlich zu machen. Schläge wolle er keine, und nichts im Gesicht.

Dann kam das, was ich vor jeder ersten Begegnung wissen will. Sein linkes Knie sei vor Jahren am Meniskus operiert worden; langes Knien auf hartem Boden halte es nicht aus. Er nehme keine Medikamente und habe keine bekannten Allergien, aber die Haut an seinen Unterarmen sei nach zwei Jahrzehnten mit Lösungsmitteln dünn und empfindlich geworden.

Ich schrieb ihm, was ich daraus mache. Er werde auf einem Kniekissen knien, und ich würde die Haltung ändern, bevor sein Knie es verlange. Das Wachs komme aus Kerzen mit niedrigem Schmelzpunkt, die für die Haut gemacht sind, nicht aus Bienenwachs oder Haushaltskerzen. Den ersten Tropfen jeder Kerze prüfe ich an meinem eigenen Handgelenk. Wie heiß das Wachs ankommt, entscheidet die Höhe, aus der es fällt. Gesicht, Haar und Unterarme bleiben ausgespart, Wasser und ein feuchtes Tuch stehen bereit.

Das Safeword schlug er selbst vor: Firnis. Die Schicht, die ein Bild schützt und mit den Jahren vergilbt. Ich nahm es an. Frage ich ihn „Wo bist du?“, antwortet er „Hier“, solange alles trägt. Sagt er „Firnis“, hört alles sofort auf, ohne Erklärung und ohne Vorwurf. Weil er in der Stunde schweigen sollte, vereinbarten wir zusätzlich ein Zeichen ohne Worte: die rechte Hand, flach geöffnet und gehoben.

Eine Regel noch, für die Stunde selbst: Er spricht nur, wenn ich frage. Er schaut nur dorthin, wohin ich es ihm erlaube.

Den Raum im Studio 60 reservierte er für einen Donnerstag um fünf; der Screenshot kam noch am selben Abend, die Anzahlung nach meiner Zusage am nächsten Morgen. Am Abend davor schrieb er einen letzten Satz: Er nehme den Zug am Morgen, und bis zum Termin trinke er nur Wasser. Ich hatte ihn nicht danach gefragt. Es war der erste Satz, den er schrieb, ohne etwas von mir zu wollen.

Das Kissen, sieben Kerzen und die erste Probe

Der Raum, den er für uns gebucht hatte, war still, das Licht gedämpft. In seine Mitte hatte ich das Kniekissen gelegt, schwer, mit dunklem Bezug, das Weichste im Raum. Daneben auf einem Metalltablett: sieben Kerzen in verschiedenen Farben, ein Glas Wasser, ein feuchtes Tuch, ein flacher Spatel aus Holz. Vor dem Kissen stand ein Stuhl. Mehr nicht.

Er kam pünktlich. Ich ließ ihn an der Tür stehen, ohne ihn zu begrüßen, und sah zu, wie er den Raum las: die Wände, das Licht, den Abstand zwischen Kissen und Stuhl. Er katalogisierte. Natürlich tat er das. Als er sich schon hinknien wollte, sagte ich: „Noch nicht.“

Die erste Geste der Anbetung ist klein. Er senkte den Blick, als ich auf ihn zuging, und hielt ihn gesenkt, während ich ihn umrundete. Drei Minuten stand er so. Ich sah, wie viel Mühe ihn das Stehen kostete, nicht den Körper, sondern den Willen, der etwas tun wollte, irgendetwas, um es richtig zu machen.

„Hemd aus. Knie dich hin.“

Ich rückte das Kissen zurecht, bis sein linkes Knie mittig darauf lag. Seine Hände legte ich offen auf die Oberschenkel, die Handflächen nach oben. Dann setzte ich mich auf den Stuhl, nahm die erste Kerze und zündete sie an.

„Du schaust mich an“, sagte ich. „Nicht prüfend. Wenn du prüfst, merke ich es.“

Er hob den Blick. Er hielt ihn vielleicht zehn Sekunden, dann sah ich, wie seine Augen anfingen zu messen: die Naht meines Handschuhs, den Winkel des Lichts auf meinem Gesicht, die Stelle, an der das Wachs am Rand der Kerze überlief.

„Du suchst den Fehler.“

Er schloss die Augen, ohne dass ich es befohlen hatte, und in diesem Moment wusste ich, womit wir beginnen. Ich ließ den ersten Tropfen auf mein Handgelenk fallen, nah genug, dass er das leise Aufsetzen hörte, dann stand ich auf und trat hinter ihn. Der zweite Tropfen fiel aus einer Armlänge Höhe auf sein rechtes Schulterblatt. Er zuckte, nicht vor Schmerz, sondern vor Überraschung darüber, wie warm etwas sein kann, das man nicht kommen sieht.

Ich zählte nicht laut. Ich ließ das Wachs Tropfen für Tropfen über seinen Rücken laufen, eine dünne Schicht über die nächste, Rot über Weiß, bis die Haut zwischen seinen Schulterblättern bedeckt war wie eine Leinwand mit ihrer Grundierung.

„Wo bist du?“

„Hier.“

„Du bist jetzt das Bild“, sagte ich. „Und ich bin die, die entscheidet, wo der Firnis liegt.“

Zu groß gespielt: der Augenblick, in dem er brach

Nach etwa zwanzig Minuten erlaubte ich ihm, die Augen wieder zu öffnen. Ich saß vor ihm, die dritte Kerze in der Hand, und er tat, was Männer tun, die verstanden zu haben glauben: Er beugte sich tief nach vorn, bis seine Stirn fast den Boden berührte, und streckte eine Hand nach meiner aus, um sie zu küssen. Ungebeten. Es war eine schöne Geste. Sie war gespielt.

„Zu groß“, sagte ich. „Richte dich auf.“

Er richtete sich auf, und ich sah die Kränkung in seinem Gesicht, die Kränkung des Fachmanns, der etwas falsch gemacht hat. Genau dort saß sein Wille, nicht in der Lust auf die Szene, sondern im Wunsch, sie gut zu machen.

„Du darfst hier nichts richtig machen“, sagte ich. „Du darfst nur hier sein.“

Dann schwiegen wir. Ich hielt die Kerze höher, so dass das Wachs abgekühlt auf seinem Brustbein ankam, und ließ einen Tropfen fallen, dann lange keinen, dann zwei, dann wieder lange keinen. Ich gab ihm keinen Rhythmus, an dem er sich festhalten konnte. Die Flamme war das lauteste Geräusch im Raum. Ich verlagerte sein Gewicht auf das rechte Knie, ohne ein Wort, und nach einer Weile wieder zurück. Er schaute mich an, und diesmal sah ich, wie das Messen in seinen Augen nachließ, Stück um Stück, wie eine Hand, die einen Pinsel endlich ablegt.

Ich sah auch, wie ein Wort in seinem Mund lag. Firnis. Seine rechte Hand zuckte auf dem Oberschenkel, als wollte sie sich heben. Ich hätte das Wort gehört und die Hand gesehen, und ich hätte sofort aufgehört. Er sagte es nicht, und die Hand blieb liegen. Stattdessen brach er.

Er weinte nicht leise. Es kam aus ihm heraus wie Wasser aus einer Mauer, die jahrelang dicht gehalten hat, und er krümmte sich darüber. Ich stellte die Kerze ab, legte die Hand an seinen Hinterkopf und zog seine Stirn gegen mein Knie. So hielt ich ihn, bis sein Atem wieder gleichmäßig ging. Ich sagte nichts Tröstendes. Es gab nichts zu trösten.

Erst als er wieder ruhig atmete, fragte ich: „Wo bist du?“

Er brauchte einen Moment. „Hier.“ Und nach einer Pause, leiser, als hätte er es selbst erst jetzt bemerkt: „Hier.“

Ich ließ ihm noch ein paar Atemzüge, die Hand in seinem Nacken, und sah ihm in die Augen, bis ich sicher war, dass er es meinte. Dann lehnte ich mich zurück, nahm die vierte Kerze, zündete sie an und prüfte den ersten Tropfen an meinem Handgelenk, als wäre nichts gewesen. Das war das Wichtigste, das ich ihm an diesem Abend gab: Seine Tränen waren kein Unfall, um den man herumredet, und kein Grund, ihn wie etwas Zerbrechliches anzufassen. Sie gehörten zur Stunde wie das Wachs. Das ist eine Frage der Würde, nicht des Mitleids.

Das Rad des Ixion steht still: Schopenhauer und der Blick zurück

Schopenhauer hat in Dresden beschrieben, was mit einem Menschen geschieht, der sich ganz in die Anschauung eines Bildes oder einer Landschaft verliert. Er vergisst sich selbst und bleibt nur noch „als klarer Spiegel des Objekts“ bestehen – ein „reines, willenloses, schmerzloses, zeitloses Subjekt der Erkenntniß“. Für die Dauer dieses Anschauens, schreibt er, ist der Mensch dem ewigen Drängen entzogen: „wir feiern den Sabbath der Zuchthausarbeit des Wollens, das Rad des Ixion steht still.“

G. kannte diese Sätze. Er hatte sie vor vielen Jahren gelesen und für eine schöne Behauptung gehalten, denn ihm war dieser Zustand nie begegnet, obwohl er jeden Tag vor Bildern stand, die ihn hätten auslösen sollen. Sein Wille hatte sich als Sorgfalt verkleidet. Wer restauriert, darf nicht aufhören zu prüfen; das macht ihn gut in seinem Beruf und blind vor dem, was er rettet.

Was in Schopenhauers Lehre fehlt: Ein Bild schaut nicht zurück. Eine Landschaft verlangt nichts. Man kann vor ihr stehen und den eigenen Willen nur so lange vergessen, wie er einen lässt. In der Anbetung ist das anders. Das, was angeschaut wird, schaut zurück, und es entscheidet. Ich nahm G. für eine Stunde das Wollen ab, nicht indem ich wenig von ihm verlangte, sondern indem ich für ihn wollte: wann er kniet, wohin er schaut, wo das Wachs fällt, wie lange nichts geschieht. Erst als es nichts mehr gab, das er richtig machen konnte, durfte sein Wille schweigen.

Darin liegt die Macht, die man mir zuschreibt, und sie ist kleiner und schwerer, als man denkt. Sie besteht darin, die Höhe der Kerze zu kennen, das Knie zu beobachten und die Uhr im Blick zu behalten, während der andere sie vergessen darf. Wer anbetet, darf aufhören zu wollen. Wer angebetet wird, darf das nie.

Später, in seiner Preisschrift über die Freiheit des Willens, hat Schopenhauer bestritten, dass der Wille frei ist; zugespitzt heißt das: Der Mensch kann tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will. Vielleicht hat er recht. Doch es gibt eine Freiheit, die in seinem System keinen Platz hat, weil sie einen zweiten Menschen braucht: die Freiheit vom Wollen, für eine begrenzte Zeit, in einem Raum mit Regeln, gewährt von jemandem, dem man sie freiwillig übergibt. An dieser Freiwilligkeit hängt alles. Erzwungene Anbetung wäre bloße Unterwerfung. Gewählte Anbetung ist ein Akt der Würde.

Die Nacht auf der Freitreppe: Rückkehr an die Elbe

Die letzte Kerze erstickte ich unter dem Löschhütchen. Dann nahm ich den Holzspatel und hob das Wachs von seiner Haut, Schicht um Schicht, langsam, wie man einen alten Firnis abnimmt. Darunter war sie gerötet und warm, aber unversehrt. Er lachte zum ersten Mal, als er begriff, was ich da tat, ein kurzes, erstauntes Lachen. Ich rieb die Stellen mit Öl ein, reichte ihm das Glas und half ihm auf; die ersten Schritte gehörten seinem Knie. Danach saßen wir eine Viertelstunde einander gegenüber, er zum ersten Mal auf Augenhöhe, und redeten über sein Knie, über die Wärme, über nichts Großes.

Auf dem Bahnsteig in München schrieb er mir, die Bahnhofsuhr behaupte, es sei eine Stunde gewesen. Er glaube ihr nicht.

Die nächste Nachricht kam drei Wochen später aus Dresden. Er habe den vergilbten Firnis von der Vedute genommen und zum ersten Mal den Himmel darauf gesehen, nicht die Risse darin. Am Abend sei er wieder auf der Brühlschen Terrasse gewesen, an der Brüstung, kurz vor der Dämmerung. Er habe einem Dampfer zugesehen, von der Augustusbrücke bis zur Anlegestelle, ohne zu wissen, wie lange es dauerte, und ohne etwas dabei zu wollen. Danach sei er die Freitreppe hinuntergegangen, an der Bronze der Nacht vorbei, und habe sie gegrüßt, wie man jemanden grüßt, den man endlich erkennt.

Ich war seither nicht wieder in Dresden, und ich muss es auch nicht. Ich weiß, dass dort manchmal ein Mann an der Brüstung steht und auf den Fluss schaut, ohne den Fehler zu suchen. Über ihm glänzt die goldene Fama auf der Zitronenpresse, die Göttin des Gerüchts, und behält, was sie gesehen hat, für sich.

Zwei Stimmen aus dem Gästebuch

Die Erzählung ist erfunden. Die beiden folgenden Einträge sind es nicht: Sie stehen so in meinem Gästebuch und stammen von echten Gästen, die mit G. und seiner Geschichte nichts zu tun haben. Wer die Erzählung gelesen hat, hört in ihr ein Echo dieser Zeilen – die Tränen, das Halten, die Stunde, die nicht enden wollte. Geschrieben hat sie keine Figur der Geschichte.

„Ich bin in der vierten Session zum ersten Mal in meinem Erwachsenenleben weinend zusammengebrochen. Es war keine Krise. Es war eine Befreiung. Sie hat mich gehalten, bis ich wieder atmen konnte. Dann hat sie weitergemacht, als wäre nichts gewesen. Das war die Würde, die ich gebraucht hatte.“ — Henrik N., Gästebuch

„Die erste Session war eine Stunde. Ich dachte, das wird kurz. Es war länger als jeder Tag, den ich vorher gelebt habe. Mistress, ich danke Ihnen.“ — Sklave B., Gästebuch

Anbetung und Kerzenwachs in einer echten Session

Was in der Erzählung in eine Stunde gedrängt ist, wächst bei mir meist über mehrere Begegnungen. Anbetung steht nicht als eigener Posten auf meiner Preisliste; sie ist eine Haltung, die sich durch eine Session zieht und klein beginnt – mit gesenktem Blick, mit Warten, mit Schweigen, bis ich frage. Größere Gesten kommen später, wenn etwas sie trägt. Warum das so ist, steht im Essay Anbetung.

Für Wachs und Knien gilt bei mir:

  • Vorgespräch: Wünsche, Grenzen und alles Gesundheitliche klären wir vorher – empfindliche Haut, Allergien, Gelenke und Knie, Herz und Kreislauf, Medikamente. Am einfachsten trägst du das im Safe Room in dein Profil ein.
  • Safeword: Wir vereinbaren ein Wort und, wenn du in der Szene schweigen sollst, ein Zeichen ohne Worte. Beides beendet jede Handlung sofort.
  • Wachs: Ich arbeite mit Kerzen, deren Schmelzpunkt niedrig liegt, prüfe jede an mir selbst und regle die Wärme über den Abstand. Gesicht und Haar spare ich aus. Wachs ist im Stundenhonorar inklusive.
  • Knien: Lange Haltungen gibt es nur mit Kissen und mit Wechseln, bevor das Gelenk protestiert.
  • Fixierungen, falls du dabei nicht ausweichen sollst, sind ebenfalls inklusive.

Kein Geschlechts-, kein Oralverkehr. Wie weit wir gehen, bestimme ich – innerhalb der Grenzen, die wir vorher besprochen haben. Die Raummiete zahlst du zusätzlich und direkt an das Studio 60. Alles Grundsätzliche zu Abbruch und Grenzen findest du unter Tabus, Grenzen und Sicherheit.

Von Dresden ins Studio 60 nach München

Mit dem ICE bist du von Dresden Hauptbahnhof in rund viereinhalb Stunden in München Hauptbahnhof, in der Regel mit einem Umstieg, etwa in Leipzig oder Erfurt. Baustellen verlängern die Fahrt gelegentlich; prüfe die Verbindung deshalb kurz vor der Reise. Schneller ist das Flugzeug: Lufthansa fliegt die Strecke (Stand 2026) in knapp einer Stunde, vom Münchner Flughafen geht es mit der S-Bahn weiter. Ob der Flug in deinem Reisemonat im Plan steht, siehst du bei der Buchung. Wo genau das Studio liegt, schreibe ich dir, sobald ich zugesagt habe und die Anzahlung eingegangen ist.

Für Gäste aus Dresden empfehle ich:

  • Früh planen. Eine lange Anreise verträgt keinen Termin, der an einem knappen Anschluss hängt. Wähle eine Uhrzeit am Nachmittag oder Abend und rechne eine Stunde Puffer ein.
  • Zimmer zuerst. Reserviere den Raum im Studio 60 für genau die angefragte Zeit und schick mir den Screenshot der Bestätigung.
  • Nüchtern ankommen. Das Bier im Bordbistro bleibt stehen. Wer getrunken hat, wird nicht empfangen.
  • Pünktlich sein. Verspätung verlängert die Session nicht; ab einer halben Stunde ohne Nachricht gilt der Termin als nicht wahrgenommen.
  • Über Nacht bleiben, wenn du nach einer Intensiv-Session nicht noch stundenlang im Zug sitzen willst. Vom Hotel ins Studio fährst du dann ausgeruht.

Diskretion gilt auf beiden Seiten: Aufnahmen gibt es nur mit vorheriger Zustimmung, und in der Session bleiben Smartphones aus. Wer die Reise erst einmal nicht antreten will, beginnt von Dresden aus mit einer Remote-Session per Video. Eine weitere frei erfundene Begegnung, diesmal in München selbst, erzählt die Geschichte aus dem Hofgarten.

Häufige Fragen

Kommst du für eine Session nach Dresden?

Nein. Persönliche Sessions gebe ich nur in München im Studio 60; ich reise weder zu Gästen nach Hause noch in Hotels. Von Dresden aus erreichst du mich entweder dort oder per Video in einer Remote-Session von 45 Minuten.

Ist die Geschichte von G. wahr?

Nein, sie ist frei erfunden, ebenso der Restaurator. Echt sind die Orte in Dresden und die beiden Stimmen aus dem Gästebuch, die auf dieser Seite stehen – sie stammen von Gästen, nicht von Figuren der Erzählung.

Wie buche ich von Dresden aus einen Termin in München?

Im Kalender auf meiner Startseite wählst du Art, Tag und Uhrzeit; die fertige Anfrage schickst du per WhatsApp oder Telegram. Sobald ich persönlich zugesagt habe, sichert die Anzahlung von 50 € den Termin. Den Raum im Studio 60 reservierst du selbst und schickst mir die Buchungsbestätigung.

Hinterlässt Kerzenwachs Spuren auf der Haut?

Meist rötet sich die Haut nur vorübergehend, denn ich arbeite mit Kerzen, die für die Haut gemacht sind, und regle die Wärme über die Fallhöhe. Versprechen kann ich das nicht: Haut reagiert verschieden. Wer empfindlich ist oder danach niemandem etwas erklären möchte, sagt es mir vorher; dann wähle ich Stellen und Abstand entsprechend.

Bereit, die Kontrolle abzugeben?

Wähle Art, Tag und Uhrzeit im Kalender – die Anfrage geht fertig formuliert per WhatsApp oder Telegram an mich.

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Stand: 2026-10-11